Klimaschutz und Permakultur

Wenn wir über den Klimaschutz diskutieren, dann sprechen wir meist darüber: weniger Kunststoffe zu verwenden, weniger tierische Produkte zu essen, weniger mit dem Auto zu fahren, Flugreisen zu reduzieren, Ressourcen einzusparen, sowie über den Ölausstieg und Kohleausstieg. Kaum wird über den immensen Einfluss der Landwirtschaft gesprochen, obwohl es hier ein riesiges Potenzial zur Veränderung geben würde, die uns in vielerlei Hinsicht aus der Klimakrise bringen könnte. Habe mich in den letzten Monaten vermehrt mit dem Thema Klimaschutz und Permakultur auseinandergesetzt und wie wir dadurch nachhaltig unseren Planeten schützen könnten.

Permakultur

Die Permakultur beschäftigt mich schon seit einigen Jahren – zumindest habe ich einiges darüber gelesen und etliche Videos dazu konsumiert, aber nie wirklich etwas in die Tat umgesetzt. Letztes Jahr konnte ich durch einen glücklichen Zufall (durch eine schöne Verursachung) den Permakulturgarten von Viki und Tobi besuchen und war schlagartig verzaubert von diesem Projekt und dieser Art der Landwirtschaft.

Einmal Farmergirl, immer Farmergirl

Grundsätzlich weise ich einen landwirtschaftlichen Background auf, denn meine Urgroßeltern waren Großbauern und haben über Jahrzehnte eine Landwirtschaft betrieben. Meine Großeltern besitzen seit etlichen Jahren einen mittelgroßen Garten, weshalb ich seit meiner Kindheit immer wieder mit dem Anbau von Gemüse, Obst und Co. vertraut bin. Der Garten meiner Großeltern hat sehr viele Permakultur-Ansätze, ist jedoch nicht ausschließlich nach diesen Richtlinien ausgerichtet. In diesem Jahr habe ich nun endlich meinen Traum vom eigenen Permakulturgarten umgesetzt und kultiviere seither einiges an Obst, Gemüse und Kräuter. Nächstes Jahr möchte ich den Garten vergrößern und noch tiefer in diese Thematik eintauchen.

 

Was ist die Permakultur eigentlich?

Der Begriff Permakultur stammt aus dem englischen und bezieht sich auf die Worte „permanent und agriculture“ und bedeutet „fortdauernde Landwirtschaft“. In der Permakultur gelten einige Prinzipien, die den Fortbestand solch einer Gartenkultur fördern. Dazu zählen:
  • Die Vernetzung und Ergänzung von allen Elemente im Garten
  • Materialien werden immer wieder neu und für die Weiterkultivierung oder den Erhalt verwendet
  • Alle Elemente haben mehrfache Verwendung und Funktionen im Garten(beet)
  • Eine kontinuierliche Fruchtfolge soll erzeugt werden
  • Es werden Lebensräume geschaffen, die vielfältig genutzt werden sollen und Nützlinge im Garten fördern
  • Keine Chemie im Garten

Bei der Erstellung und Planung eines Permakulturgartens oder Beets gibt es neben den Prinzipien auch noch einige Eckpunkte, die man beachten sollte.

  • Es sollte ein geschlossener Kreislauf entstehen, in dem alles wiederverwertet wird
  • Es werden unterschiedliche Bereiche im Garten oder im Beet geschaffen, die mehrere Funktionen übernehmen
  • Optimalen Standort für Pflanzen wählen
  • Behausungen und Lebensräume für Tiere schaffen
  • Kurze Wege zwischen Haus, Gewächshaus und Beet schaffen und so platzsparend und effizient pflanzen/arbeiten
  • Blick,- Sicht,- Lärm und Staubschutz erzeugen durch Sträucher, Rankpflanzen oder Hecken
  • 20% des Gartens der Natur überlassen

Diese Prinzipien lassen sich auf (Hoch)-Beete, Kleingärten, größere Hausgärten und auch auf große Landwirtschaften anwenden.

 

Agrarwende Klimaschutz und Permakultur

Doch welche Vorteile hätte eine Agrarwende? Was würde passieren, wenn weltweit die gesamte Landwirtschaft auf Permakultur umsteigen würde?

  • Der globale Klimawandel könnte ausgebremst werden
  • Jedes Land könnte sich selbstständig mit gesunden Nahrungsmitteln versorgen
  • Gesunde und fruchtbare Böden wären die Folge
  • Keine synthetischen Düngemittel mehr, was zu sauberem Trinkwasser führt
  • Aufbesserung und Reinigung des Grundwassers wird erleichtert bzw. gewährleistet
  • Düngemittel und Pestizide gelangen nicht in Böden, Trinkwasser sowie Nahrung und gehen somit auch nicht in Mensch und Tier über
  • Ein schöneres Landschaftsbild wird geformt
  • Zunahme der Biodiversität in allen Sparten
  • Keine Hungersnöte mehr und somit auch weniger soziale Unruhen
  • Das Stoppen von Artensterben – Pflanzen und Tiere können sich wieder natürlich vermehren
  • Weniger Kimaextreme  wie Überschwemmungen, Hitzewellen, Dürren und andere Plagen
  • Verminderung von großen Landmaschinen
  • Keine Monokulturen mehr
  • Artgerechte Tierhaltung und Fütterung

Sehr viele Fachleute (wie David Holmgren oder Jonas Gampe) sind sich einig: Dieser Prozess ist möglich und würde weltweit betrachtet einiges verändern. Die industrielle Landwirtschaft stellt zwar in vielen Teilen der Welt unsere Ernährung sicher, aber die negativen Folgen werden einfach immer deutlicher.

„Permakultur ist das Schaffen von kleinen Paradiesen hier auf der Erde.“

Es ist an der Zeit, umzudenken und zu handeln. Jeder kann irgendwie einen Beitrag leisten und auch jeder Kleingarten- und sogar Balkonbesitzer hat die Möglichkeit einen Mini-Permakultur-Garten anzulegen. Dennoch sind es die Großen, die vor allem schnellstmöglich umdenken müssen, damit wir der Klimakrise und deren Folgen entgegenwirken können.

 


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