8 Prinzipien der ayurvedischen Ernährung

8 Prinzipien der ayurvedischen Ernährung

Ayurveda ist ein ganzheitliches Medizinsystem, das seine Wurzeln in Indien, Nepal und Sri Lanka hat. Die ayurvedische Lebens- und Ernährungsweise ist ein wenig komplex, da sie auf unterschiedliche Schwerpunkte aufgebaut ist und sich von der westlichen Ernährungsweise stark unterscheidet. Ein Punkt sind die 8 Prinzipien der ayurvedischen Ernährung.

Was ist Ayurveda?

Ayurveda ist ein uraltes ganzheitliches Medizinsystem. Ayurveda bedeutet: „Wissenschaft vom Leben“ und gliedert sich in folgende Schwerpunkte: Ernährung, Pflanzenheilkunde, spirituelles Yoga, Atemübungen sowie (Öl)-Massagen. Ernährung spielt im Ayurveda eine große Rolle und soll zu mehr Wohlbefinden und Gesundheit verhelfen.

Die 8 Prinzipien werden unterteilt in:

Prakruti – Natur des Lebensmittels

Jedes Lebensmittel hat seine eigenen Eigenschaften, positiven und vielleicht auch negativen Effekte auf unseren Körper. Lebensmittel werden unterteilt in:

  • 3 Gunas (=Qualitäten der Lebensmittel)

    – Sattva steht für Leichtigkeit und Harmonie / Soll bevorzugt gegessen werden
    – Rajas bringt Unruhe / In kleinen Mengen konsumieren
    – Tamas steht für Trägheit / Sollte nicht gegessen/getrunken werden
  • 6 Geschmacksrichtungen (=Rasas)
  • Die 12 Nahrungsmittelgruppen im Ayurveda

    – Gemüse
    – Obst
    – Getreide
    – Hülsenfrüchte
    – Rohes Gemüse und grüner Salat
    – Gewürze und Öle
    – Zucker
    – Wasser
    – Gekochte Speisen
    – Alkohol und fermentierte Lebensmittel
    – Fleisch
    – Milch und Milchprodukte

  • 4 Lebensmittelgruppen nach Art der Einnahme

    – Essbar
    – Trinkbar
    – Lutschbar
    – Kaubar
  • Jeder Mensch hat seine eigene Urnatur oder auch Konstitution die „Prakriti“ genannt wird und sich in drei Bioenergien „Doshas“ – Vata, Pitta und Kapha aufteilt. 

 

Karana – Die Zubereitung

Die Art der Zubereitung spielt im Ayurveda eine große Rolle und auch hier unterteilt man z.b. in:

  • Putzen, Rühren und Mixen
  • Hinzufügen von Wasser und/oder Hitze
  • Würzen / Verfeinern
  • Lagern / Konservieren / Fermentieren
  • Haltbar machen
Je nach Zubereitungsart kann die Qualität der Lebensmittel bekömmlicher gemacht oder gestört werden. Schwer verdauliche Lebensmittel wie beispielsweise Hülsenfrüchte oder Kohlgemüse werden durch Kochen bekömmlicher.

 

Samyoga – Kombinationen


Es ist weniger ratsam, Lebensmittel mit verschiedenen Qualitäten zu mischen, da dadurch Agni (das Verdauungsfeuer) geschwächt wird bzw. aus der Balance kommen kann. Sollte man dennoch Qualitäten mischen, dann sollten diese Lebensmittel gemeinsam in einem Topf zubereiten werden, da sie so die Eigenschaften der restlichen Zutaten annehmen.

z.b.: Nach kaltem Essen/Getränken keine heißen Speisen/Getränke aufnehmen 
z.b.: Zitronen sollten auch nicht mit Milch, Tomaten, Gurken oder Joghurt kombiniert werden
z.b.: Milch und Milchprodukte nicht mit anderen Lebensmitteln kombinieren

 

Rashi – Die Menge

Nicht zu viel und nicht zu wenig essen – es sollte ein angenehmes Gefühl nach dem Essen entstehen. Auch sollten wir über den Tag verteilt nicht zu viele einzelne Mahlzeiten konsumieren. Je stärker das Verdauungsfeuer (Agni) umso schneller funktioniert auch der Stoffwechsel und umso mehr kann auch gegessen werden. Wer einen trägen Stoffwechsel hat, sollte auch seine Portionen kleiner gestalten.

Faustregel im Ayurveda: In unseren Magen passt ungefähr so viel, wie in zwei Hände passt.

 

Deshan – Ort woher das Lebensmittel stammt und wo gegessen wird

Grundsätzlich sollten regionale und saisonale Lebensmittel bevorzugt werden. An heißen Orten eher kühle und leichte Speisen essen und an kalten Orten eher warme und schwere Gerichte bevorzugen.

 

 Kala – die Zeit

Auch die Tageszeit und Jahreszeit spielen im Ayurveda eine Rolle und sind in den 8 Prinzipien der ayurvedischen Ernährung verankert. Daher sollten wir unsere Hauptmahlzeit immer mittags konsumieren, da zu dieser Zeit unsere Verdauung auf Hochtouren arbeitet. Im Herbst und Winter sind eher warme und schwere Speisen zu bevorzugen, im Frühling leichte Gerichte und im Sommer kühlende Speisen.

 

Upayogas Samstha – Art der Aufnahme der Nahrung

Kochen und Essen sollte stets in entspannter und sauberer Atmosphäre stattfinden. Auch sollte man sich für das Essen genügend Zeit und Raum nehmen, Speisen gut kauen, nicht Sprechen bei Tisch, nicht mit Feinden gemeinsam speisen, aufrecht sitzen, regelmäßig essen oder auch nicht zu viel/zu wenig essen.

 

Upayokta – Mindset

Mit Freude und Liebe Kochen und Essen. Mit einer positiven Grundeinstellung in der Küche stehen und im Anschluss sein Essen genießen. Yoga und Meditation können hier zu innerer Reinheit verhelfen, was unsere Nahrung zusätzlich mit positiver Energie speist.

 


Wer die 8 Prinzipien der ayurvedischen Ernährung in seinen Alltag integriert, kann seine Gesundheit und Wohlbefinden stärken. In den kommenden Wochen werde ich auf die einzelne Prinzipien näher eingehen – eure Nina.