Das Leben eben

Komfortzone verlassen

Komfortzone verlassen

Vergangene Woche musste ich für ein Meeting nach Salzburg fahren und da eine Strecke knapp 3,5 Stunden beträgt, habe ich mich dazu entschlossen eine Nacht in Salzburg zu bleiben. Mein Plan war es: Route eingeben, in Salzburg aussteigen, ins Hotelzimmer, am kommenden Tag zum Meeting und danach wieder zurück in die Steiermark. Zum Glück habe ich meine Pläne spontan geändert, nicht das getan was ich immer tue – meine Komfortzone verlassen und dadurch auch meine Ängste überwunden. 

Einige werden wahrscheinliche mitbekommen haben, dass ich seit 2 Jahren unter Panikattacken leide, die mir viele schöne Momente geraubt haben. Schuld daran bin ich ganz alleine, weil ich einfach zu wenig dagegen angekämpft habe…ich wollte einfach nie meine Komfortzone verlassen. Habe zwar viele Behandlungsmethoden ausprobiert, kleine Schritte aus meiner Wohlfühlzone gewagt, aber so richtig habe ich mich nicht getraut. Warum? Keine Ahnung…weil ich eben Angst davor habe!

Komfortzone verlassen

 

Alleine beim Gedanken, dass ich nun nach Salzburg muss, ein Meeting mit fremden Personen habe, löst in mir schon extreme Angst aus. Ich habe jetzt nicht speziell Angst vor einer Person, oder vor diesem Treffen, aber ich habe Angst, dass ich währenddessen eine Panikattacke bekomme.

In den vergangenen Jahren habe ich „gelernt“ wie ich Situationen umgehen – sie meiden kann und trotzdem ein wenig am sozialen Leben teilhaben kann. Jedoch gibt es unendlich viele Dinge, die ich nicht mehr unbeschwert machen kann und das nervt. Es macht mich zornig und traurig, weil ich einfach wieder so sein möchte, wie ich es damals war – bevor ich Panikattacken hatte.

Zwar möchte ich auf gar keinen Fall die Uhr zurückdrehen, weil ich der Meinung bin, dass jede Situation auch ihre positiven Seiten hat – auch die Panikattacken. Durch meine „Erkrankung“ lernte ich viele neue Menschen kennen, führte tolle Gespräche, konnte anderen Menschen Tipps geben und hatte die Möglichkeit bestimmte Behandlungen auszuprobieren, die ich sonst niemals erlebt hätte. Auch ich habe mich dadurch verändert und zwar zu einem besseren Menschen (meine Einschätzung).

Seit einigen Monaten habe ich nun meine Einstellung geändert und kämpfe mehr dagegen an, denke weniger über bestimmte Dinge nach und gehe mit einer Art „Ich-Scheiß-drauf-Einstellung“ durchs Leben und was glaubt ihr? Mir geht es besser! Viel besser!!

Komfortzone verlassen

Ich genieße mein Leben wieder mehr, traue mich jeden Tag um ein kleines Stück weiter aus meiner Komfortzone heraus und irgendwann (ich bin mir sicher) werde ich wieder ein ganz normales und unbeschwertes Leben leben können.

Mein Tipp an alle Personen, die ebenfalls an Panikattacken leiden: Scheißt drauf! Macht einfach! Traut euch und ändert eure Pläne. Seid spontan, überlegt nicht 3x und macht öfter Dinge, die ihr eigentlich nicht tun wollt, weil ihr Angst vor einer weiteren Attacke habt.

So viele Erlebnisse wie ich in den vergangenen Wochen hatte, hatte ich im gesamten Jahr 2016 nicht!! Ich spüre extreme Energie in mir – ich möchte wieder LEBEN. Habe so viele Momente verpasst, mir Chancen entgehen lassen und das will ich einfach nicht mehr.

Komfortzone verlassen

Im Juli und August habe ich zum Beispiel folgendes erlebt…

  • Urlaub am Meer
  • Mit dem Jet-Ski fahren
  • Schwimmen im See ohne Luftmatratze
  • Tauchen im Meer
  • Ins Meer gehen, schwimmen und keinen Grund mehr haben (ohne Luftmatratze)
  • Mit einem Boot fahren
  • Im Restaurant unbeschwert essen
  • Polterabend mit den Mädels
  • Gast auf einer Hochzeit zu sein
  • Alleine nach Salzburg fahren
  • Alleine zu einem See zu fahren, ohne Bikini und dort mit Unterwäsche vor 10000 Menschen ins Wasser springen
  • Fremde Menschen ansprechen, ob sie von mir ein Foto machen können
  • Mit fremden Menschen zu plaudern
  • Ein wichtiges Meeting
  • Wandern

Wie ich am Anfang bereits erwähnt habe, mein Plan war nur nach Salzburg zu fahren, aber kurz vor Salzburg bin ich dann einfach von der Autobahn abgefahren und habe einen kleinen Ausflug zum Mondsee unternommen. Dort war ich zuerst auf der Suche nach einem stillen Plätzchen, aber das gab es dort nicht…zumindest nicht in meiner Nähe. Auch der Bikini-Kauf fiel dann ins Wasser, weil es dort genau ein Geschäft gab und die Bikinis mir einfach zu teuer waren.

Habe mir dann einfach eine Eintrittskarte zum Seebad gekauft, Samy sein Handtuch (mit Haaren) vom Auto geschnappt und ein ruhigeres Plätzchen am See gesucht. Nach kurzer Überlegung bin ich einfach in Unterwäsche vor fremden Menschen ins Wasser gesprungen und das Gefühl war einfach herrlich. Es war mir so egal und ich fühlte mich irgendwie freier – wisst ihr was ich meine? Bin dann noch 2 Stunden am See gewesen – bisschen schwimmen, plaudern, chillen am Steg und natürlich habe ich auch ein paar Fotos gemacht. Danach ging’s erst nach Salzburg und ich bin so überglücklich, dass ich einfach mal nicht das getan habe, was ich eigentlich tun wollte. Dieser See ist so wunderschön und war jeden Umweg wert.

Komfortzone verlassen

Klingt für viele Menschen ganz normal, aber für Personen mit Panikattacken sind solche Dinge nicht ganz so easy peasy. Ich bin so stolz auf mich, glücklich und total motiviert.

Ihr Panikattacken könnt mich am Arsch lecken, ich leb mein Leben mit und hoffentlich bald ohne euch!

Urlaub am Mondsee?

Ich bin total begeistert von meinem kurzen Trip zum Mondsee und kann euch den wunderschönen See mit Trinkwasserqualität in Oberösterreich auf jeden Fall empfehlen. Infos, Hotels und Co. könnt ihr hier nachlesen. Ich war direkt beim Mondsee Alpenseebad, das für alle Altersgruppen geeignet ist – schönes Seebad mit Buffet, Rutsche, mit unterschiedlichen sportlichen Aktivitäten ausgestattet, sowie kleines Becken am Land für die ganz kleinen Gäste. Neben dem Bad befinden sich kleinere Geschäfte, ein Park, Restaurants und Cafe’s.

Werde auf jeden Fall wieder zu diesem See fahren und ein paar unbeschwerte Tage dort genießen.

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