Du kommst hier nicht lebend raus

Nimm das Leben nicht zu ernst, du kommst hier nicht lebend raus – ein Zitat, das du bestimmt irgendwann verwendet, gelesen oder gehört hast. Doch wie viel Wahrheit steckt dahinter?

 

Von Zeit zu Zeit führe ich kleine Diskussionen, die mich oft sehr verärgern. Das stresst mich, da ich im Grunde sehr auf Harmonie aus bin. Doch, warum ärgere ich mich dann so darüber? Was triggert mich? Nach einer Weile komme ich immer wieder zum Entschluss: Du kommst hier nicht lebend raus, also warum der ganze Stress?

Der ganze Stress lohnt sich einfach nicht.

Manchmal kann ein Hauch von Stress durchaus belebend sein, doch dauerhafte Anspannung macht auf lange Sicht krank und extrem unglücklich. Das Leben ist viel zu kurz, um sich wegen unwichtiger Dinge stressen zu lassen. Welche Dinge stressen dich besonders häufig? 

Hohe Anforderungen im Beruf, Termindruck, Überstunden und ein hoher Arbeitsaufwand können Stress verursachen. Das Gefühl, zu viele Verpflichtungen und Aufgaben zu haben, kann zu Überforderung beitragen. Auch Beziehungsprobleme und Konflikte in persönlichen Beziehungen, sei es in der Familie, unter Freunden sowie Freundinnen oder im romantischen Bereich, können zu einem erhöhten Stresspegel führen. 

Die eigenen oder die Gesundheitsprobleme von nahestehenden Personen können stressig sein. Auch schwierig sind finanzielle Belastungen, die Geldsorgen, Schulden oder finanzielle Unsicherheit auslösen. Ich empfinde Lärm oder übermäßige Reize als stressig – reagierst du auch extrem auf äußere Reize? 

Auch Ereignisse wie Umzüge, Trennungen, Verlust von Angehörigen oder berufliche Veränderungen können Stress begünstigen und das sogar in einem enormen Ausmaß. Hohe Erwartungen an sich selbst oder das Gefühl, den Erwartungen anderer nicht gerecht zu werden, ist in vielen Fällen auch ein großer Stressbereiter. 

Unabhängig von der Ursache des Stresses reagiert jede Person individuell auf stressige Situationen. Manche können besser damit umgehen, während andere es vielleicht weniger gut können. Es ist wichtig, niemanden für den ursprünglichen Auslöser und die Art und Weise, wie die Person damit umgeht, zu verurteilen. Jeder geht mit Stress auf seine eigene Weise um, und Empathie kann dazu beitragen, ein tieferes Verständnis für die individuellen Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Ich traf mal einen Musiker, der einen Song geschrieben hat mit folgender Passage:  Sei net gemein, denn irgendwann amol könntest im anderen seine Schuah drin sein.

Dieses Lied hat mich nachhaltig beeinflusst. Immer, wenn mir die Empathie für mein Gegenüber fehlt oder das Verständnis für einen bestimmten Gedankengang (auch wenn ich es nicht immer umsetzen kann – das Leben ist ein ständiger Lernprozess), muss ich an dieses Lied denken und versuche, mich und meine Haltung zu verbessern.

Wie auch immer das Problem erscheinen mag, egal wie gestresst man sich fühlt und welche schwierigen Situationen das Leben auch bieten mag – man sollte sich immer vor Augen halten: Man kommt hier nicht lebend raus. Ist meine Situation wirklich so auswegslos? Lohnt sich dieser Stress überhaupt? Reagiere ich womöglich über? Ist mein Problem vielleicht gar nicht so groß, dass ich mich in etwas hineinsteigere, was in zwei Stunden keine Relevanz mehr für mich haben wird.

Wie gesagt: Stress ist individuell. Doch manchmal tut ein wenig Abstand vom eigentlichen Problem ganz gut, damit man sein grundsätzlich traumhaftes Leben aus einer neuen Perspektive betrachten kann.

Denn man sollte nicht vergessen, das Leben besteht aus sehr vielen kleinen wunderbaren Momenten, die wir in solchen Zeiten leider immer wieder vergessen oder verdrängen.

 

– Wir verschieben vergnügliche Aktivitäten, um länger in der Arbeit zu verweilen.
– Wir treffen Freunde und Freundinnen seltener, weil wir noch Aufräumarbeiten in der Wohnung erledigen müssen.
– Wir gönnen uns momentan keinen Urlaub, um diese Reise für später aufzusparen.
– Wir sparen Geld, um uns irgendwann bestimmte Dinge leisten zu können.
– Wir träumen von aufregenden Ausflügen, die wir irgendwann in der Zukunft unternehmen möchten und dann wahrscheinlich längst vergessen haben. 
– Wenn wir in den Ruhestand gehen, haben wir vor, die Welt zu bereisen.
– Später wollen wir mehr Zeit für unsere Familie und auch Freunde sowie Freundinnen aufbringen.
– Wir neigen dazu, uns zu streiten, um Recht zu behalten, anstatt gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen.

 

Doch wo liegt hier das Problem? Das Problem liegt in der Zeit, nicht beim Stress. 

Sie verfliegt, sie verfliegt verdammt schnell. Und wer gibt uns eigentlich die Garantie, dass wir später noch über ausreichend Zeit verfügen werden? Es könnte in 2 Stunden bereits vorbei sein. Nur weil wir noch jung sind, bedeutet es nicht, dass wir unsterblich sind. 

Genieße in vollen Zügen.

Warum also die wunderbare Reise verschieben? Warum sich ständig länger im Büro aufhalten oder einen Nachmittag dem Bügeln widmen, wenn es doch so viele schönere Dinge zu erleben gibt? Warum sich mit Menschen streiten, wenn wir uns doch auch lieben könnten?

Ist es das Geld? Die Erwartungen der Gesellschaft? Das Ego? Der Stolz? Das Bedürfnis, Recht zu behalten? 

 

Man kann natürlich nicht immer nur das tun, was man sich wünscht oder wovon man gerade träumt, aber man hat die Möglichkeit, sein Leben und vor allem seine Einstellung zum Leben zu verändern.

 

Strebe danach, jeden Tag so zu (er)leben, als wäre es dein letzter. Finde täglich mindestens eine Sache, die dir Erfüllung und Freude schenkt. Es muss nicht immer der ganze Tag spannend und außergewöhnlich sein – denn im Leben zählen oft die kleinen Momente, die sich nachhaltig auf unsere Existenz und Lebensqualität auswirken. 

Jahrzehnte sollten nicht verstreichen, ohne dass wir bewusst leben. Unser Leben ist viel zu kurz dafür. Genieße den Moment, denn morgen könnte es schon zu spät sein. Denn wie du und ich gleichermaßen wissen: Du kommst hier nicht lebend raus. In diesem Sinne – genieße deinen Tag und dein wunderbares Leben, ob mit oder ohne stressige Momente. 

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