Die Problematik von Instagram-Filtern

Im heutigen Blog-Artikel möchte ich die Problematik von Instagram-Filtern ansprechen und erläutern, warum ich in dieser Angelegenheit ein großes Problem erkenne. Meiner Überzeugung nach entfernen wir uns zunehmend von Natürlichkeit und  Realität ,  mit einer Geschwindigkeit, die sich bald nicht mehr aufhalten lässt.

Welche Bedeutung verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff "Instagram-Filter" und welche Abstufungen sind in diesem Zusammenhang zu beachten?

Persönlich bin ich der Überzeugung, dass es im Spektrum der Instagram Filter erhebliche Unterschiede gibt. Ob ich nun dezenten Weichzeichner à la „Paris“ nutze, einen Katzengesichtsfilter oder gar mein gesamtes Spiegelbild unkenntlich mache, handelt es sich um völlig unterschiedliche „Anwendungen“.

Es gibt auch eine Unterscheidung zwischen den eigentlichen Instagram-Filtern, die von einem Creator erstellt wurden, und der Verwendung externer Apps wie Facetune, Lightroom, Photoshop und Co.

Die Möglichkeit, mit nur wenigen Klicks ein völlig neues Aussehen zu kreieren, ist im Jahr 2024 keine Neuigkeit mehr. 

 

Auch ich nehme mich hier nicht aus – ich habe bereits Filter verwendet, die beispielsweise mein Hautbild glätten, Texturen wie Körnungen hinzufügen oder durch Anpassungen von Licht, Schatten, Tiefe und Farbton das ursprüngliche Bild leicht aufwerten. Gleichzeitig habe ich auch schon das eine oder andere Mal einen Pickel retuschiert. In diesen Fällen sehe ich bisher noch keine allzu große Problematik, sondern eher bei der „Unkenntlichmachung“ oder der Veränderung des ursprünglichen Aussehens.

Neue Wangenknochen, eine schmalere Stupsnase, vollere Lippen, eine schlankere Taille und ein größerer Po – wohin wird uns dieser „Trend“ führen? Wie sollen besonders jüngere Generationen mit diesem Wandel umgehen lernen? Ich empfinde es als äußerst herausfordernd und bin der Meinung, dass verstärkte Aufklärungsarbeit, Transparenz oder sogar das vollständige Einstellen dieser Filter in Betracht gezogen werden sollten.

Wie stehst du zu diesem Thema? Welche Form des Filters hältst du noch für legitim? Wann geht es deiner Meinung nach zu weit? Verwendest du selbst solche Filter und wenn ja, warum eigentlich?

Warum sind diese Filter ein Problem?

ich teile nun 5 „Fakten“ mit dir, die ich in diesem Zusammenhang als besonders problematisch einschätze.

Verfälschung der Realität.

Instagram-Filter können das Erscheinungsbild drastisch verändern, indem sie die Haut glätten, Merkmale verändern und Farben intensivieren. Dies führt zu unrealistischen Schönheitsstandards und setzt den Druck aus, diesem idealisierten Bild zu entsprechen.

Selbstbild und Selbstwertgefühl.

Die fortwährende Nutzung von Filtern kann zu einem verzerrten Selbstbild führen – Menschen könnten mit ihrem natürlichen Aussehen unzufrieden werden, wenn sie sich ständig mit einem gefilterten Bild vergleichen. Dies trägt besonders bei jungen Menschen in ihrer Entwicklungsphase negativ zum Selbstwertgefühl bei.

Sozialer Druck.

Sie können einen enormen sozialen Druck auslösen, da Nutzer:innen das Gefühl haben könnten, ihre Bilder filtern zu müssen, um gesellschaftliche Akzeptanz zu erhalten oder um in sozialen Medien besser anzukommen. Je mehr Menschen Filter nutzen, desto stärker wird der Drang, sich zu filtern – ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist.

Unrealistische Standards.

Sie können unrealistische Schönheitsideale fördern, die nicht nur das individuelle Selbstwertgefühl beeinträchtigen, sondern auch zu einer einheitlichen Darstellung von Schönheit führen können, die Individualität in den Hintergrund drängt.

Auswirkungen auf die mentale Gesundheit.

Der ständige Gebrauch von Filtern und die damit verbundenen Vergleiche können zu STRESS, ANGSTZUSTÄNDEN und  DEPRESSIONEN führen, insbesondere bei jungen Menschen, die anfälliger für soziale Normen sind.

Gefiltert und GEfillert.

Nun werden Instagram-Filter durchweg angewendet – Gesicht, Brüste, Bauch, Po und Co. Jeder Zentimeter des Körpers wird verändert, um einem bestimmten Schönheitsstandard zu genügen. Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte, doch was passiert, wenn man sich dann in ein reales Gespräch vertiefen möchte? Man steht nun da in seiner vollen Pracht und gleicht nicht einmal annähernd seinem gefilterten Selbst, das geschickt über Feed-Fotos und Stories inszeniert wurde. Was nun? Die Reaktion des Gegenübers könnte sehr beschämend ausfallen. 

Der Ausweg aus dieser Misere? Der Besuch beim Beauty-Doc?! Ein wenig Filler hier, ein wenig Botox da, ein größerer Po, weniger Bauchfett und vollere Lippen – keine Seltenheit und auch keine Seltenheit bei unter 18-Jährigen.

Persönlich denke ich, dass Instagram und insbesondere diese Filter dazu beitragen, immer mehr junge Menschen zu Schönheitsoperationen und „kleineren Eingriffen“ zu motivieren bzw. zu drängen. Irgendwann muss oder sollte man schließlich auch wieder das Haus verlassen. Doch wenn die Realität nicht mit dem Online-Auftritt konform geht, finden sich viele in einer „Notsituation“ wieder, die man durch schnell zugängliche Operationen beheben kann.

Ich möchte hier anmerken: Ich bin keine Gegnerin von Schönheitsoperationen oder Eingriffen, die man freiwillig durchführt. Dennoch würde ich mir wünschen, ein wenig mehr psychologische Arbeit, Aufklärung sowie Transparenz in diesem Fall. Es sollte besonders für Heranwachsende nicht so einfach zugänglich sein. Auch sollten diese Eingriffe nicht auf Instagram und Co. „beworben“ werden dürfen – weder von Schönheitschirurgen, Institutionen noch von Influencer:innen – egal ob gekauft oder selbst bezahlt. Natürlich kommt hier die Meinungsfreiheit wieder ins Spiel, wodurch der letzte Punkt etwas schwierig sein könnte. Möglicherweise würden solche Bilder oder Stories erst ab +18 angezeigt werden und deutlich mit dem Vermerk „Ad/Werbung“ gekennzeichnet werden müssen. Auch der Hintergrund sollte besser beleuchtet werden, um jüngere Zuschauer:innen besser aufklären zu können. Das wäre meine Wunschvorstellung und würde auf vielen Ebenen mehr Klarheit und Verantwortung schaffen.

Ich möchte erneut betonen: Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Filter negativ sind. Einige dienen dem kreativen Selbstausdruck und sind völlig harmlos. Allerdings sollten Nutzer:innen bewusst mit der Verwendung von Filtern umgehen und sich der potenziellen Auswirkungen auf ihr eigenes Wohlbefinden und das ihrer Follower:innen bewusst sein. Entwickler:innen von sozialen Medien müssten auch in die Verantwortung genommen werden, transparenter über die Verwendung von Filtern zu informieren und möglicherweise Richtlinien für ihre angemessene Nutzung einzuführen.

Auch zu diesem Thema würde mich deine Meinung interessieren.

Wann erträgt man das eigene Spiegelbild nicht mehr?

In diesem Kontext betrachte ich die Verbindung mit dem Selbstwert als äußerst problematisch. Das Streben nach unrealistischer Perfektion präsentiert jungen Menschen das Bild, dass sie nicht gut genug sind, so wie sie auf diese Welt gekommen sind. Nur durch Filter, Filler und Co. können sie mit dem Rest der gefilterten Welt mithalten. Dies löst unglaubliche Unsicherheiten aus, und ich würde behaupten, dass wir im Jahr 2024 erst am Anfang dieser Misere stehen. In naher Zukunft werden wir eine große Anzahl von jungen Menschen vor uns haben, die sich selbst im Spiegel nicht mehr ertragen und die Welt, ihren Selbstwert und ihr Aussehen durch ihr Smartphone wahrnehmen werden.

Welche Lösungen könnte es hierfür geben? Wie können wir, als Erwachsene, ein gutes Vorbild sein? Was können wir tun, und welche Möglichkeiten gibt es, um jüngere Generationen vor der „Normgleichheit“ und extrem unrealistischen Schönheitsvorstellungen zu schützen?

Ich freue mich sehr über den Austausch mit dir und wünsche dir noch einen schönen Tag.

Solltest du mich mit einem kleinen Wertschätzungsbeitrag unterstützen wollen, würde ich mich sehr darüber freuen. Niemand muss, jeder kann –  der Betrag ist frei wählbar und es ist kein Muss meine Arbeit damit zu fördern. Da ich sehr viel Zeit, Leidenschaft und Liebe in meinen Blog investiere und bezahlte Kooperationen gering halten möchte, wäre eine kleine „Spende“ eine Möglichkeit mich und meine Arbeit zu unterstützen. Danke.

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