Welche Nährstoffe brauchen Frauen wirklich?

Je älter ich wurde, desto häufiger ertappte ich mich bei einem Gedanken: Wie möchte ich mich eigentlich fühlen – heute und in zehn Jahren? Nicht nur fit genug für den Alltag, sondern wach, klar, stark. Und ja, auch wohl in meiner Haut. Was wir essen. Wie wir uns bewegen. Ob wir unserem Körper zuhören oder ihn permanent übergehen. Ernährung und Bewegung stehen dabei ganz vorne – nicht als strenge Regeln, sondern als tägliche Entscheidungen, die sich leise summieren. Natürlich gehören auch Schlaf, Stressmanagement und echte Verbindungen zu anderen Menschen dazu. Wie auch Gene und Umwelteinflüsse. Sie bestimmen, wie wir durch den Tag gehen – oder vielleicht sogar stolpern. Doch in diesem Artikel möchte ich den Fokus auf eine ganz konkrete Frage legen: Welche Nährstoffe brauchen Frauen wirklich?

Das bedeutet nicht, dass andere Nährstoffe irrelevant wären oder Männer ohne sie auskämen. Ganz im Gegenteil. Doch es gibt bestimmte Nährstoffe, die in der weiblichen Ernährung besonders häufig zu kurz kommen – und genau das kann Konsequenzen haben. Für unsere Energie, unsere Hormone, unsere Haut, unsere Konzentration und letztlich für das Gefühl, im eigenen Körper zuhause zu sein.

Wir haben gelernt wegzulassen –
doch vergessen, was uns wirklich nährt

Meine ganz persönliche Beobachtung – und ja, auch meine Einschätzung – ist, dass viele Frauen gewisse Nährstoffe nicht deshalb zu wenig aufnehmen, weil sie es nicht besser wissen, sondern weil sie es zu gut gelernt haben, Dinge wegzulassen. Erst war Fett der Feind. Dann waren es die Kohlenhydrate. Und irgendwann schien es, als bestünde gesunde Ernährung nur noch aus einem Wort: Protein. Viel Protein, möglichst überall – über alles andere wurde eher leise geschwiegen. Inzwischen haben auch Ballaststoffe ihren großen Auftritt, elegant verpackt in Drinks, Pulver und Shakes. Versteht mich nicht falsch: Ich bin absolut dafür. Protein und Ballaststoffe sind wichtig. Punkt.

Doch Ernährung ist kein Trend, das sich alle paar Jahre ändert. Und unser Körper ist kein Konzept, das man mit einem einzigen Makronährstoff „lösen“ kann. 

Dazu kommt der Stresspegel vieler Frauen. Nicht bei allen – doch bei vielen. Vor allem dieser unsichtbare, nie endende Mental Load. Manchmal habe ich das Gefühl, wir sollen alles gleichzeitig sein: gut aussehen und klug argumentieren, Partnerschaft, Kinder und Job mühelos vereinen, sportlich, gesund, sozial präsent – und bitte dabei niemals erschöpft wirken. Das ist kein Multitasking. Das ist Hochleistung. Und natürlich gibt es auch viele Männer bei denen das so ist. 

Doch: Als zyklische Wesen ignorieren wir dabei oft unsere eigenen Grenzen. Wir funktionieren weiter, auch wenn der Körper längst schon eine Pause brauchen würde. Und genau das kostet. Nicht nur Nerven – sondern Mikronährstoffe. Bei erhöhtem Stress werden Mikronährstoffe schneller verbraucht, schlechter aufgenommen oder vermehrt ausgeschieden. Und wenn unsere Ernährung dann hauptsächlich aus Trends, Verzicht und funktionalen Abkürzungen besteht, füllen wir diese Speicher oft nur halbherzig wieder auf.

Also, welche Nährstoffe brauchen Frauen wirklich?

Besonders relevante Nährstoffe für den weiblichen Körper

Makronährstoffe

– ausreichend Protein
– gesunde Fette
– nicht zu wenig Kohlenhydrate

Mikronährstoffe 

– Eisen
– Vitamin D
– Calcium
– Magnesium
– B-Vitamine, besonders B9 und B12
– Jod
– Zink

Und natürlich gilt: Kein Nährstoff möchte übersehen werden – auch die übrigen verdienen ihren Platz. 

Proteine

Proteine sind echte Multitalente im Körper: Sie unterstützen den Muskelaufbau, helfen bei der Zellerneuerung und halten Haut, Haare und Nägel gesund. Sie geben uns Kraft und ein stabiles Gefühl von innen heraus. Gerade bei Stress werden Aminosäuren schneller verbraucht, weil der Körper sie zur Herstellung von Stresshormonen benötigt – deshalb ist eine ausreichende Proteinzufuhr dann besonders wichtig.

Pflanzliche Quellen
– Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen, Bohnen
– Tofu, Tempeh und Seitan
– Nüsse und Samen
– Vollkornprodukte

Tagesbedarf bei 60kg Körpergewicht
– 1,1 bis 1,8 g pro kg Körpergewicht
– max. 2,5g pro kg Körpergewicht gilt als unbedenklich* 

Das wären bei 80g Protein 
– 200g Tofu ~ 26g
– 150g gekochte Linsen ~ 12g
– 50g Haferflocken ~ 7g
– 30g Kürbiskerne ~ 9g
– 2 Scheiben Vollkornbrot ~ 14g
– 30g Nüsse ~ 6g

Fette

Fette sind besonders für Frauen wichtig. Ohne sie kann der Körper viele Hormone gar nicht herstellen, zum Beispiel die, die den Zyklus steuern oder Einfluss auf Stimmung und Haut haben. Sie schützen außerdem die Nerven und sorgen dafür, dass unsere Zellen gut funktionieren. Auch bestimmte Vitamine kann der Körper nur mit Fett aufnehmen und optimal verwerten. Wird über längere Zeit zu wenig Fett aufgenommen, kann sich das in einem gestörten Zyklus, trockener Haut oder einem hormonellen Ungleichgewicht bemerkbar machen. Dabei sind alle Fette wichtig, doch vor allem genügend Omega 3 Fettsäuren stehen im Fokus. 

 

Pflanzliche Quellen 
– Avocado
– Olivenöl, Leinöl
– Nüsse und Samen
– Fettreicher Fisch

Tagesbedarf 
– 60 bis 80g Fett ≈ 30% der Kalorien bei 2000kcal täglich

Das wären
– 1 Avocado ~ 22g
– 2 EL Olivenöl ~ 20g
– 30g Walnüsse ~ 20g
– 1 EL Leinsamen ~ 4g

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate liefern dem Organismus den nötigen Treibstoff, den er täglich braucht. Sie versorgen vor allem Gehirn und Muskeln mit Energie und helfen dabei, den Blutzucker im Gleichgewicht zu halten. Auch die Schilddrüse profitiert davon. Gerade Frauen merken oft schnell, wenn es zu wenig Kohlenhydrate gibt: Der Körper schaltet in eine Art Spar- oder Stressmodus, das Stresshormon Cortisol steigt und der Zyklus kann durcheinandergeraten. Vor allem komplexe Kohlenhydrate sorgen für gleichmäßige Energie und ein stabiles Körpergefühl.

Pflanzliche Quellen
– Vollkornprodukte
– Haferflocken
– Kartoffeln
– Obst und Gemüse

Tagesbedarf
– 230 bis 300g bei 2000kcal täglich

Das wären
– 80g Haferflocken ~ 50g
– 250g Kartoffeln ~ 40g
– 150g gekochter Vollkornreis ~ 45g
– 2 Scheiben Vollkornbrot ~ 60g
– 2 Portionen Obst ~ 40g
– Gemüse ~ 20 bis 30g

Eisen

Eisen transportiert Sauerstoff im Blut und versorgt jede Zelle mit Energie. Frauen verlieren durch die Menstruation regelmäßig Eisen, weshalb der Bedarf höher ist. Ein Mangel zeigt sich oft durch Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Haarausfall oder kalte Hände und Füße. Ausreichend Eisen hilft, sich leistungsfähig, klar und kraftvoll zu fühlen.

Pflanzliche Quellen
– Hülsenfrüchte
– Grünes Blattgemüse
– Rote Bete
– Vollkornprodukte

Tagesbedarf Frauen (menstruierend)
– 18 mg/Tag

Das wären
– 100g gekochte Linsen ~ 3mg
– 30g Kürbiskerne ~ 4mg
– 50g Haferflocken ~ 2,5mg
– 100g Kichererbsen ~ 2mg
– 100g gekochter Spinat ~ 3,5mg
– 1 EL Sesam ~ 1,5mg

Vitamin D

Vitamin D wirkt wie ein Hormon im Körper. Es unterstützt das Immunsystem, die Knochengesundheit und beeinflusst Stimmung und Zyklus. Ein Mangel steht häufig in Verbindung mit Erschöpfung, Infektanfälligkeit und depressiven Verstimmungen. Besonders Frauen in nördlichen Regionen sind oft unterversorgt.

Quellen
– Sonnenlicht
– Fettreicher Fisch
– Eier
– Pilze

Täglicher Bedarf 20µg (800 IE)
– Über Lebensmittel kaum erreichbar

Pflanzliche Quellen 
– 150g UV-behandelte Pilze ~ 7–10µg
– Nahrungsergänzungsmittel Vitamin D und K2 von Naturtreu 

Calcium

Calcium tut dem Körper einfach gut. Es hält Knochen und Zähne stark und hilft dabei, dass sich Muskeln bewegen und Nerven richtig arbeiten. Viele Frauen brauchen im Laufe ihres Lebens mehr davon, zum Beispiel durch hormonelle Veränderungen oder mit dem Älterwerden. Wer genug Calcium bekommt, unterstützt seine Knochen dabei, lange belastbar und stabil zu bleiben.

Pflanzliche Quellen
– Grünes Blattgemüse wie Grünkohl, Brokkoli..
– Sesam und Tahin
– Mandeln
– Calciumreiches Mineralwasser
– Angereicherte Pflanzendrinks

Tagesbedarf Frauen
– ca. 1.000mg pro TagTag

Das wären
– 1 EL Sesam ~ 90mg
– 30g Mandeln ~ 75mg
– 100g Grünkohl ~ 150mg
– 250ml angereicherter Pflanzendrink ~ 300mg
– 500ml calciumreiches Mineralwasser ~ 250mg

Magnesium

Magnesium ist so etwas wie der kleine Helfer im Hintergrund. Es sorgt dafür, dass die Muskeln nicht ständig verspannen und der Kopf nicht dauernd auf Hochtouren läuft. Gerade wenn der Alltag stressig ist, die Periode näherkommt oder sich Krämpfe und Kopfschmerzen melden, merkt man oft, wie wichtig es ist. Hat der Körper genug Magnesium, fühlt man sich insgesamt ausgeglichener, schläft entspannter und kommt schneller wieder in seine Kraft.

Pflanzliche Quellen
– Nüsse und Samen
– Vollkornprodukte
– Hülsenfrüchte
– Grünes Blattgemüse
– Kakao

Tagesbedarf Frauen
– ca. 300mg pro Tag

Das wären
– 30g Kürbiskerne ~ 160mg
– 50g Haferflocken ~ 70mg
– 100g gekochte schwarze Bohnen ~ 60mg
– 30g Zartbitterschokolade ~ 65mg
– 100g Spinat ~ 80mg

Vitamin B9 und Vitamin B12

B-Vitamine sind echte Antreiber im Alltag. Sie helfen dabei, dass wir uns energiegeladen fühlen, die Nerven nicht verrücktspielen und der Körper alles bekommt, was er für Blut und Hormone braucht. Für Frauen ist vor allem Folsäure wichtig, weil sie den Körper bei der Erneuerung seiner Zellen unterstützt. Vitamin B12 wiederum hält den Kopf klar und hilft, Müdigkeit fernzuhalten. Fehlt es daran, macht sich das oft ganz leise bemerkbar – man ist schneller erschöpft, etwas dünnhäutiger oder einfach nicht so konzentriert wie sonst. 

Pflanzliche Quellen
– Grünes Blattgemüse (Vitamin B9)
– Hülsenfrüchte
– Vollkornprodukte
– Nüsse und Samen
– Angereicherte Lebensmittel (für Vitamin B12)

Tagesbedarf Frauen
– B9 (Folat): 300µg pro Tag
– B12: 4µg pro Tag

Das wären
– 100g gekochter Spinat ~ 140µg Folat
– 100g Linsen ~ 180µg Folat
– 50g Vollkornbrot ~ 40µg Folat
– 250ml angereicherter Pflanzendrink ~ 1–2µg B12
– 1 Portion angereicherte Hefeflocken ~ 2–3µg B12

Jod

Jod ist essenziell für die Schilddrüsenfunktion und damit für Stoffwechsel, Hormonbalance und Energielevel. Frauen reagieren besonders sensibel auf Jodmangel, der sich durch Gewichtszunahme, Kältegefühl oder Antriebslosigkeit äußern kann. Eine ausreichende Versorgung unterstützt hormonelle Stabilität und Vitalität.

Pflanzliche Quellen
– Jodiertes Speisesalz
– Algen
– Vollkornprodukte
– Hülsenfrüchte

Tagesbedarf Frauen
– ca. 200µg pro Tag

Das wären
– 1g jodiertes Salz ~ 20µg
– 2–3g Nori-Algen ~ 50–100µg
– 100g gekochte weiße Bohnen ~ 10µg
– 100g Vollkornnudeln ~ 5–10µg

Zink

Zink ist wichtig für das Immunsystem, die Haut, den Hormonhaushalt und die Wundheilung. Für Frauen spielt es außerdem eine Rolle bei Fruchtbarkeit, Zyklusregulation und Hautbild. Ein Mangel kann sich durch Infektanfälligkeit, Hautprobleme oder Haarausfall bemerkbar machen.

Pflanzliche Quellen
– Kürbiskerne
– Nüsse
– Vollkornprodukte
– Hülsenfrüchte
– Haferflocken

Tagesbedarf Frauen
– ca. 8–10 mg pro Tag

Das wären
– 30g Kürbiskerne ~ 3mg
– 50g Haferflocken ~ 2mg
– 100g gekochte Kichererbsen ~ 1,5mg
– 30g Cashewkerne ~ 1,6mg
– 2 Scheiben Vollkornbrot ~ 2mg

Wie man gut erkennen kann, lassen sich die meisten Nährstoffe über eine ausgewogene Ernährung decken. Einige brauchen ein wenig Unterstützung, die man in Form von Nahrungsergänzungsmittel erreichen kann. Ich verwende seit Jahren Supplements von Naturtreu, die mir bei kleineren Defiziten aushelfen. Dennoch liegt mein Fokus immer auf frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln – je bunter, umso besser. 

Für alle Neukund:innen bei Naturtreu – mit dem Code UPPR-ninschi10 spart man 10% auf den ersten Einkauf. 

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