Wenn dein Körper dir etwas sagen möchte

Wenn dein Körper dir etwas sagen möchte
Auf meinem Blog spreche ich einige Tabu-Themen an, berichte über mentale Gesundheit, Panikattacken, Essstörungen und wie man für sich ein sinnvolles Leben kreiert. Ich biete euch einen großen Einblick in meine Privatsphäre, in meine Gedanken und Lebensweise. Zeige, wie man ein positives, freudiges und sinnreiches Leben erschaffen kann. Würde mein Leben als schön bezeichnen, mit vielen Höhen und einigen Tiefen. Habe immer versucht authentisch zu bleiben und mit meinen Inhalten anderen zu helfen. Helfen kann ich nur, wenn ich auch einen Lösungsansatz oder irgendeinen Ansatz habe. In den letzten 2 Jahren ging es mir meist nicht so gut, obwohl es für viele Menschen vielleicht den Anschein hatte, als wenn alles stets super laufen würde, doch dem war nicht ganz so. Wenn dein Körper dir etwas sagen möchte und du es einfach nicht sehen willst. Nun habe ich endlich eine Lösung gefunden und kann damit vielleicht auch anderen behilflich sein.

Was ist in den letzten zwei Jahren passiert?

Werde versuchen ein wenig Struktur in diese Story zu bringen, obwohl das gar nicht so einfach ist.

Gebrochenes Herz

Anfang 2020 habe ich mich von meinem damaligen Freund getrennt, das mich völlig aus der Bahn geworfen hat. Ich war so unfassbar enttäuscht, traurig und verletzt und verlor jegliche Freude am Leben. Die ersten Monate waren sehr schlimm und es fühlte sich an, als wenn in mir etwas zerbrochen wäre. Hatte bis zu diesem Tag noch keinen Schmerz empfunden, der mich so tief getroffen und so aus meinem Leben gerissen hat. Hatte sehr lange das Gefühl, als hätte ich den Boden unter den Füßen verloren und würde mich in einer Art Schwebe befinden.

Schlafprobleme, Erschöpfung und Veränderung des Zyklus

Nach einigen Wochen fingen die ersten Beschwerden an: Schlafprobleme, Lustlosigkeit, Erschöpfung und die Veränderung meines Zyklus. Dieser Zustand hielt lange an und wurde von Monat zu Monat schlimmer. Besonders mein Zyklus bereitete mir Sorgen, denn plötzlich hatte ich nicht mehr 4-5 Tage meine Periode, sondern 10-14 Tage (manchmal am Stück, manchmal mit Unterbrechung). Irgendwann ging ich dann zum Arzt und schilderte meine Probleme – wurde nicht ganz so ernst genommen und mit einer Herbstdepression abgetan, obwohl ich diese Beschwerden bereits Monate hatte und sie immer schlimmer, anstatt besser wurden.

Hormone und Histaminintoleranz

Bin im Anschluss bei zwei Frauenärzten gewesen, die mir beide eine Hormontherapie verordnet haben, die ich dann leider auch gemacht habe. Kurz nach Beginn der Einnahme fingen weitere Probleme an: Ausschlag am gesamten Körper (Nesselsucht), Gewichtszunahme, extreme Erschöpfung, Müdigkeit und depressive Verstimmungen.

Habe die Hormontherapie abgebrochen und ging wieder zum Arzt – Frauenarzt, Hausarzt und Hautarzt. Wieder wurde mir etwas von Herbst, Winter und Frühjahresdepression erzählt und dass ich einfach „sensible Haut“ habe und mir ein Sensitiv-Duschgel besorgen sollte. Natürlich zweifelte ich diese Diagnose an, da ich flächendeckend mit Ausschlag übersät war und auch die anderen Probleme für mich nicht mit einer Depression in Verbindung standen. Schließlich kennt man seinen Körper – zumindest ich tue es.

Nach einem Weinkrampf ging ich zur Apotheke und bekam endlich Hilfe und eine Antwort: Histaminintoleranz. Habe danach recherchiert und konnte Zusammenhänge zwischen Hormonen und Histamin in Erfahrung bringen. Mein Frauenarzt sieht diesen Zusammenhang (leider) nicht und würde mir trotz all der Symptome weiterhin eine Hormontherapie empfehlen.

Habe auf meinen Körper gehört und keine weiteren Hormone eingenommen. Musste einige Zeit eine Histamin-Diät halten und täglich Histamin-Blocker einnehmen, bis der Ausschlag wieder verschwunden war. Kann jetzt wieder normal essen und merke nur alle paar Monate einen kleinen Schub, der sich mit 3-4 Tagen Histamin-Blocker wieder in den Griff bekommen lässt.

Depressive Verstimmungen, Erschöpfung und Schlafprobleme

Die Histaminintoleranz wurde somit behandelt, aber die restlichen Symptome blieben. Was nun? Was fehlt mir? Ich hatte einfach keine Ahnung, war ratlos und irgendwie wollte mir keiner wirklich helfen.

Essstörung

Zusätzlich zu den bestehenden Problemen, hatte ich auch wieder vermehrt mit meiner Essstörung bzw. meiner Körperschemastörung zu hadern. Durch die Gewichtszunahme verlor ich auch in diesem Punkt völlig die Kontrolle. Plötzlich wurde dieses Thema wieder präsenter und beschäftigte mich zunehmend. Davor hatte ich ein sehr gutes Körpergefühl entwickelt und fühlte mich endlich wohl in meiner Haut, doch schlagartig ging auch das wieder verloren.

Eine Magersucht, ist eben eine Sucht und kann durch unterschiedliche Faktoren getriggert werden – in meinem Fall war es die Zunahme, die ich scheinbar nicht so einfach wegstecken konnte oder kann.

Rastlosigkeit

Durch meine Trennung wurde ich so unfassbar traurig und schließlich auch krank. Ich fühlte mich nicht mehr, wie ich selbst und verlor meinen Fokus im Leben. Hatte alle Hände voll zu tun, um mich in Dauerschleife glücklich zu machen. Ich wollte nicht mehr traurig sein, ich wollte wieder Freude empfinden können. Doch durch diese ständige Bespaßung, entwickelte ich zu all den anderen Symptomen eine enorme Rastlosigkeit. Ich wollte nicht mehr hinsehen, sondern einfach wieder glücklich sein. Ich fing an, mich andauernd zu beschäftigen und nur mehr Dinge zu tun, die mich freudig stimmten – nonstop. Das ist anstrengend, besonders, wenn man generell gesundheitlich etwas angeschlagen ist. Irgendwann hatte ich wirklich das Gefühl, als wenn ich unter einem (Freizeit-)Burnout leiden würde.

Ich entschleunigte ein wenig und versuchte wieder meinen Weg und eine Balance in meinem Leben zu finden. Doch irgendwie half das alles nichts und ich wurde immer müder, immer erschöpfter und immer lustloser. Gleichzeitig war ich unfassbar genervt von mir selbst, von meinen Problemen und dem langsamen Fortschritt.

Weiterhin besuchte ich meinen Arzt, machte Bluttests und wieder war die Antwort: „Jahreszeiten-Depression“. Was in meinen Augen ein völliger Schwachsinn war und auch ist. Natürlich können diese Symptome auch mit einer Depression einhergehen, aber nicht in meinem Fall. Ich wusste, irgendwas stimmt nicht, aber wusste nicht, was genau das Problem war.

Entnahme des Kupferperlenballs

Im Herbst 2021 musste ich meinen Kupferperlenball (Verhütungsmittel) entnehmen und eine neue Verhütung einsetzen lassen. Mir wurde knapp eine Stunde ohne Medikamente oder sonstige Vorbehandlung der Kupferperlenball entfernt. Schmerzen, die ich so nicht kannte. Es war die Hölle auf Erden. An diesem Tag verlor ich reichlich Blut, was zu weiteren Problemen führte: Konzentrationsschwäche, extremer Abbau meiner Leistung, Libidoverlust, Abgeschlagenheit und völlige Erschöpfung.

Ich war fertig. Jede noch so kleine Bewegung strengte mich unfassbar an. Monatelang wusste ich nicht, was überhaupt los ist und woher diese ganzen weiteren Symptome kamen und was mit mir eigentlich schiefläuft.

Starker Eisenmangel

Erst vor einigen Wochen ging ich dann erneut zu meinem Hausarzt und machte ein weiteres Blutbild, um Gewissheit zu bekommen. Ich hatte zwar eine Vermutung, aber war mir eben nicht zu 100% sicher.

Laut meiner Hausärztin, die bereits mehrmals ein Blutbild gemacht hat (was ich leider nie wirklich kontrolliert hatte) wäre ich kerngesund. Alles super. Nur bedauerlicherweise war eben überhaupt nichts super. Ich konsultierte darauf eine weitere Ärztin, die sich auf Eisenmängel spezialisiert hat, da mein Eisenwert auf einen Eisenmangel bzw. Anämie hinwies, was meine Hausärztin nicht erkennen wollte oder konnte.

Lange Rede, kurzer Sinn: Eisenmangel.

Nun bekam ich endlich eine Antwort und eine Lösung auf meine ganzen Symptome, die bereits seit 2 Jahren und besonders in den letzten 8-9 Monaten präsent waren. Im Anschluss bekam ich zwei Eisen-Infusionen, um meinen Wert endlich wieder in den Normbereich zu bringen und wieder ein symptomfreies Leben führen zu können.

Die letzte Infusion ist jetzt 2 Wochen her und ich fühle mich wieder, wie ein normaler Mensch – ganz ohne Beschwerden. Ich kann wieder Sport treiben, Yoga machen, auf Berge kraxeln, normal arbeiten, denken und auch fühlen. Mein ganzer Körper spielte verrückt und ich wusste einfach 2 Jahre nicht, was mit mir eigentlich nicht stimmte.

Ein Nährstoff. Ein verdammter Nährstoff was aus dem Lot geraten und hat mich völlig aus der Bahn geworfen. Ok, ganz so stimmt das jetzt zwar nicht, aber dazu weiter unten mehr.

Wie es zu meinem Eisenmangel kam? 

  • Vegane Ernährung
  • Zyklusprobleme (starke/lange Periode)
  • Entnahme des Kupferperlenballs (größerer Blutverlust, was das Fass schließlich zum Überlaufen brachte)

Wie man vielleicht gut erkennen kann, hängen alle Punkte in gewisser Weise zusammen bzw. ergänzen sich.

Die Lehren, die ich daraus ziehen durfte

In den letzten zwei Jahren habe ich wieder viel gelernt. Viel über mich selbst erfahren. Mehr, als in all den Jahren zusammen. Ich habe mir auch endlich Hilfe gesucht und bin seit einigen Monaten in Therapie, um endlich meine Essstörung behandeln zu lassen. Dachte sehr lange Zeit ich wäre „geheilt“ und würde keine Therapie benötigen, doch scheinbar habe ich mich da sehr geirrt. Es gibt Dinge, die lösen sich nicht einfach auf, nur weil man krampfhaft versucht, eine Tatsache auszublenden.

Ich habe gelitten, war traurig, wütend, erschöpft und habe mich selbst wieder Stück für Stück zusammengesetzt. Habe stets auf das Gute vertraut und gewusst, es wird sich irgendwann alles auflösen.

Ich glaube nicht an Zufälle und Schicksal – alles hat seinen Grund und wenn man tief genug eintaucht, wird sich die Lehre daraus auch zeigen. Habe oft versucht den leichten Weg zu gehen und wurde dadurch mehrmals mit der gleichen Situation konfrontiert – solange bis ich es eben verstanden und meinen Blickwinkel verändert habe.

Oft müssen wir Leid, Krankheit oder sonstige negative Erfahrungen sammeln, um uns einer Sache bewusst zu werden. Löst man diese Thematik auf, verschwinden auch die leidvollen Geschehnisse in unserem Leben. Ich muss noch viel lernen, noch viel an mir arbeiten, aber ich würde meinen, ich befinde mich auf einem sehr guten Weg.

Durch diesen ganzen Stress habe ich gelernt/lerne ich:

  • Auf mich besser aufzupassen und auf meinen Körper zu hören
  • Mich mehr zu entspannen
  • Mich im „Nichts-tun zu üben“
  • Weniger Perfektionsdenken an den Tag zu legen
  • Das Gefühl „gut genug“ zu sein, zu empfinden
  • Eine Therapie zu starten
  • Meinungen mehr zu hinterfragen
  • Das (mein) Aussehen einen viel zu hohen Stellenwert in meinem Leben einnimmt
  • Das Traurigkeit wirklich krank machen kann

Zusammenfassend: Wären diese Dinge nicht gewesen, würde ich heute nicht diese Erkenntnis mit euch teilen können. Das Universum macht nichts einfach so, sondern erteilt uns so lange Aufgaben, bis wir es schlussendlich tatsächlich verstanden haben.

 

Mir war es wichtig, diese Erfahrung mit euch zu teilen. Nicht weil ich Aufmerksamkeit oder Mitleid möchte, sondern, da es vielleicht irgendwo da draußen jemanden gibt, der ein gleiches oder ähnliches Problem mit sich herumträgt. Wenn dein Körper dir etwas sagen möchte, dann schau hin, auch wenn es schwerfällt.

Ich wünsche allen Betroffenen alles Gute und würde mich sehr über einen Austausch freuen – alles Liebe Nina.

Solltet ihr mich mit einem kleinen Wertschätzungsbeitrag unterstützen wollen, würde ich mich sehr darüber freuen. Niemand muss, jeder kann –  der Betrag ist frei wählbar und es ist kein Muss meine Arbeit damit zu fördern. Da ich sehr viel Zeit, Leidenschaft und Liebe in meinen Blog stecke und bezahlte Kooperationen gering halten möchte, wäre eine kleine „Spende“ eine Möglichkeit mich und meine Arbeit zu unterstützen. Danke.

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