Nudity is not sexuality

Nudity is not sexuality

Nudity is not sexuality. If you say otherwise, you are part of the problem.“

Freiheit beginnt im Kopf

Freiheit bedeutet sich frei bewegen zu können. Es beginnt bereits bei der Auswahl der Kleidung. Wie kurz der Rock oder das Kleid ist, welche Körperstellen ich mit meiner Umgebung teile und welche nicht. Unsere Gesellschaft möchte uns gerne vorschreiben, was angemessen ist und was nicht, wie viel Haut wir zeigen dürfen und welche Stellen wir verdecken müssen. Unser Körper ist das natürlichste auf der Welt – ganz ohne Verhüllung.

Besonders Frauenkörper werden ständig sexualisiert. Wir dürfen keine Brustwarzen zeigen, der Ausschnitt darf nicht zu tief und der Rock darf nicht zu kurz sein. Generell ist ein nackter (Frauen)-Körper gleichgestellt mit Sex. Nacktheit wird bestraft. Ist Pornografie. Nacktheit ist nicht angebracht.

Nudity is not sexuality und das sollten langsam mal alle in ihre Köpfe bekommen.

Slutshaming + Victim blaming

Ein großer Punkt bei dieser Thematik ist Slutshaming. Slutshaming betrifft besonders Frauen – sie werden angegriffen, beleidigt und bedroht, da sie aus der Reihe tanzen und offener mit ihrem Körper und mit ihrer Sexualität umgehen. Sexuell provokativ wahrgenommene Kleidung, voreheliche Sexualität und wechselnde Sexualpartner sind Auslöser für Slutshaming.

Noch fataler ist Victim blaming. Hier findet eine Täter-Opfer-Umkehr statt, das die Schuld für einen Übergriff beim Opfer zu suchen ist. Trage ich beispielsweise einen kurzen Rock und werde vergewaltigt, dann liegt die Schuld bei mir. Schließlich habe ich mich aufreizend in der Öffentlichkeit präsentiert.

Das Problem hierbei ist die verdrehte Haltung unserer Gesellschaft. Wird man sexuell belästigt oder gar vergewaltigt, dann darf die Schuld niemals beim Opfer, sondern immer beim Täter liegen. Ein kurzer Rock, zu viel Haut oder eine provokative Pose dürfen niemals Auslöser für solch ein Tat sein.

Eine Person, die sich das Recht herausnimmt, eine Frau (oder auch Mann) zu sexualisieren, zu belästigen und übergriffig zu werden, hat mit sich selbst das größte Problem. Slutshaming und Victim blaming ist keine reine Männersache, sondern wird sehr oft von Frauen ausgesprochen. Frauen werten andere Frauen ab.

Wir sollten uns alle gegenseitig unterstützen und nicht abwerten. Wir sollten aufhören uns in Schubladen zu stecken und mit einem großen Stempel zu versehen. Leben und leben lassen. Für mich hat es den Anschein, als wenn viele Frauen (die Slutshaming + Victim blaming betreiben) mit ihrem eigenen Körper und deren Sexualität nicht im Reinen sind – eine Art von Eifersucht und Neid. Eine andere Person traut sich scheinbar völlig frei durchs Leben zu gehen, während man selbst große Zweifel hegt. Nur weil man selbst nicht so frei sein möchte, muss man andere Personen doch nicht abwerten? Noch einmal: Leben und leben lassen.

Ungefragte D.Pics – ist das ok?

Ich persönlich gehe mit meinem Körper und auch mit meiner Sexualität offener um. Für mich ist Sex, mein Körper und Nacktheit kein Tabu-Thema. Ich empfinde es als völlig in Ordnung, wenn nicht jeder Mensch so frei damit umgehen kann oder möchte bzw. diese Einstellung dazu hat – muss man schließlich auch nicht.

Jedoch finde ich es gar nicht in Ordnung, wenn ein Körper sexualisiert wird. Wenn ein Bikini-Foto sexualisiert wird. Wenn ein Bild, das Nacktheit (mit und ohne tatsächlich sichtbare intime Stellen) zeigt, sexualisiert wird.

Es löst in mir einen Ekel aus, wenn Männer mir Screenshots von meinen Yoga-Posen zukommen lassen und mir erzählen, wie sie auf mein Bild masturbieren. Es löst in mir enormen Ekel aus, wenn ich D-Pics von fremden Männern erhalte, ohne danach gefragt zu haben. Begründung „Du bist doch auch ständig nackt“. Weil ich mich „nackter am Strand“ zeige, ist es scheinbar für einige Personen angebracht, mir ein Penis-Foto zu senden. Das fällt unter sexuelle Belästigung. Das ist ein Übergriff. Ungefragt solche Bilder zu versenden ist einfach nicht in Ordnung.

Mir dann auch noch „vorzuwerfen“ ich hätte es ja so gewollt, weil ich mich so präsentiere, ist doch jenseits von Gut und Böse. Ich lebe einfach freier. Ich versuche authentisch zu sein und Tabuthemen zu neutralisieren.

Wir haben alle den gleichen Körper. Unsere Grundstruktur ist gleich. Wir sehen zwar alle ein wenig anders aus, aber sind dennoch alle auf eine gewisse Weise gleich.

Ich wünsche mir mehr Offenheit, mehr Akzeptanz, weniger Schubladendenken und mehr Menschen, die zu ihrem Körper stehen und sich und andere nicht als reines Sexobjekt betrachten.

Falls ihr zu diesem Thema ein paar Gedanken habt, dann würde ich mich sehr über einen Austausch freuen – eure Nina.