Wenn dein Körper dir etwas sagen möchte

Wenn dein Körper dir etwas sagen möchte

Mir geht es endlich wieder besser. Ich fühle mich wieder gut oder zumindest wohler in meinem Körper. Die letzten Monate, Wochen und Tage waren schwer für mich. In diesem Artikel möchte ich nicht bemitleidet werden, sondern meine Erfahrungen mit euch teilen. Wenn dein Körper dir etwas sagen möchte und du es einfach nicht hören willst.

Pille, Hormone und PMS

Damit man die gesamte Geschichte und den „Krankheitsverlauf“ versteht, werde ich „kurz“ schildern, was in den letzten Jahren und Monaten vorgefallen ist.

Im Jahr 2015 habe ich mit der Einnahme der Pille aufgehört und seither eine hormonfreie Verhütungsmethode verwendet. Zu Beginn hatte ich leichte PMS-Beschwerden und hormonell-bedingte Akne. Seit ca. 1 Jahr ist die Akne deutlich besser und nur in PMS Phasen bekomme ich vereinzelt Pickel. Was sich jedoch sehr verschlechtert hat, sind die PMS Beschwerden – besonders im Jahr 2020. Ich hatte mehr Krämpfe, bekam oft 2x pro Monat meine Tage (Zyklusstörungen), hatte starke depressive Phasen, Probleme mit meiner Motivation und lagerte sehr viel Wasser ein. Ich suchte nach einer Lösung – natürliche Mittel, Supplemente und Co., aber irgendwie hat das einfach nicht klappen wollen. Zumindest nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Hormone und Stress

Im Sommer 2020 machte ich einen Hormon-Status-Test (Speichel-und Bluttest) und musste einen erhöhten Östrogen-Spiegel feststellen. Wieso mein Östrogen zu hoch ist, kann ich nicht genau sagen – Blutuntersuchungen haben nichts ergeben. Ich vermute ein Zusammenspiel aus Stress und Ernährung. 2020 war für mich nicht leicht. Ich hatte eine sehr schlimme Trennung zu Beginn des Jahres, die mich bis vor wenigen Tagen noch beschäftigt hatte. Im Sommer folgte ein weiterer Verlust – ich musste etwas tun, dass extrem gegen meine Prinzipien verstößt. Auch hier musste ich mich von einer Person abwenden, was mich zusätzlich bis zum heutigen Tag belastet. Dazu noch Arbeitsstress und die generelle Situation, in der wir uns alle befinden.

Zurück zum Östrogen. Drei von vier Ärzten machten die Aussage „Der erhöhte Östrogenspiegel tut nichts zur Sache und ist eine Momentaufnahme“. Kurz darauf bekam ich einen leichten Ausschlag an den Beinen. Danach konnte ich plötzlich nicht mehr richtig schlafen – knapp 3 Stunden pro Nacht.

Schlafprobleme, Depression und Gewichtszunahme

Im Herbst kam dann noch eine leichte Depression hinzu, gefolgt von extremer Abgeschlagenheit und Motivationslosigkeit. Könnte man natürlich auf das Wetter schieben, jedoch hatte ich in den Jahren zuvor nie Probleme mit dem Herbstwetter. Whatever.

Ich ging erneut zum Arzt und bekam die Pille verschrieben, denn die soll meine Probleme lösen. Ich war sehr skeptisch, aber ich wollte meine PMS-Beschwerden linder und mir wurde ja 10x versichert „der erhöhte Östrogenspiegel tut nichts zu Sache“. Kurz darauf bemerkte ich eine konstante Zunahme an Gewicht. Gleichzeitig wurde der Ausschlag akuter – mein gesamter Körper war nun von Ausschlag übersät! Ich ging wieder zum Arzt und wurde abgewiesen „Das ist empfindliche Haut und ich soll mir ein Sensitive-Duschgel in der Apotheke holen.“ Der Ausschlag wurde immer unerträglicher und mein Gewicht ging immer weiter nach oben.

Hilflosigkeit

Gleichzeitig fühlte ich mich total verloren. Alle Ärzte schickten mich weg und keiner wollte mir helfen – es wäre NUR stressbedingt. In meiner Verzweiflung habe ich die Apotheke kontaktiert, die mir durch Schilderung meiner Probleme helfen konnte. Sie vermuteten eine Histamin-Intoleranz, die es dann auch tatsächlich war bzw. ist. Seit Wochen esse ich nun keine Lebensmittel, die Histamin enthalten und nehme zusätzlich Histaminblocker ein. Langsam wurde der Juckreiz auch besser.

Es war eine Odyssee

Da mein Vertrauen in Ärzte nach dieser Odyssee schon sehr angeschlagen war, habe ich weiterhin selbst recherchiert und nach einer Lösung meiner Probleme gesucht. Auf mehreren Seiten fand ich Zusammenhänge zwischen Östrogen und Histamin. Ich ging mit meiner Annahme erneut zum Arzt und wurde wieder abgewiesen. Was soll ich sagen? Ich habe so das Gefühl „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht!“ – trifft sehr gut auf meine bisherigen Arztbesuche. Scheinbar kränkt es einen Arzt, wenn Patienten selbst eine Lösung suchen. Sorry für meine Ausdrucksweise, aber ich bin wirklich genervt!

Im Grunde hätte ich mir dieses ganze Drama und den Verlauf dieser schlimmen Histamin-Intoleranz ersparen können, wenn man bereits im Sommer meinen Verdacht mit dem Hormonproblem ernst genommen hätte.

Aufwärts oder abwärts?

Vor 11 Tagen habe ich dann die Pille abgesetzt und von 9kg bereits 4,3kg wieder unten. Zusätzlich geht der Ausschlag zurück. Ich muss zwar immer noch histaminfreie Kost zu mir nehmen und die Histaminblocker einnehmen, aber habe ansonsten keine Einschränkungen mehr. Ich fühle mich wieder gut in meiner Haut. Nun kommen wir jedoch zum eigentlichen Problem – wenn dein Körper dir etwas sagen möchte und du die Anzeichen einfach nicht sehen möchtest.

Ich bin ein Mensch, der in allen Situationen das Positive und Negative versucht zu erkennen. Was wollte das Universum mir damit sagen? Warum muss ich einen schmerzhaften Ausschlag entwickeln, unter Schlaflosigkgeit leiden und 9kg zunehmen? Warum? Was ist daran gut?

Ich konnte für mich einen „guten Grund“ ausfindig machen, bei dem mein Körper mir wieder etwas sehr wichtiges vermitteln wollte.

Ich möchte mit diesem Artikel ein paar Dinge weitergeben, die ich selbst nicht zu 100% umsetzen konnte..

  1. Hinterfrage Diagnosen
  2. Hör auf dein Bauchgefühl
  3. Versuche in jeder Situation das Gute und Schlechte zu erkennen
  4. Achte darauf, wenn dein Körper dir etwas sagen möchte
  5. Sei vorsichtig im Umgang mit künstlichen Hormonen

Ich zähle zu jenen Menschen, die sehr viele Dinge hinterfragen und besonders im Bezug auf Gesundheit. In diesem Fall habe ich mich dann doch leiten lassen und auf das Wissen mancher Ärzte vertraut und meinen eigenen Körper und dessen Signale ausgeblendet. Was mich an der ganzen Geschichte ärgert? Ich wurde mehrmals abgewiesen. Ständig war es Stress und psychosomatisch-bedingt. Es ist scheinbar einfacher alles auf die Psyche zu schieben und Patienten weniger ernst zu nehmen. Nur am Rande: Eine Histamin-Intoleranz kann sogar lebensbedrohlich sein.

Ärzte leisten Großartiges und auch ein Arzt kann nicht alles wissen, aber vielleicht könnt ihr meine Einwände und meinen Frust in diesem Fall nachvollziehen. Ich möchte hiermit niemanden an den Pranger stellen.

Achte darauf, wenn dein Körper dir etwas sagen möchte.