Perfektion und Umweltschutz

Perfektion und Umweltschutz

In diesem Jahr habe ich mir fest vorgenommen wieder mehr persönliche Artikel sowie über Themen wie Selbstliebe, Essstörung, Panikattacken, mentale Gesundheit und Umweltschutz zu schreiben. Ich möchte grundsätzlich mehr über Dinge schreiben, die mich gerade interessieren, motivieren oder bewegen – meine Ansicht und Meinung dazu teilen. Der heutige Artikel ist so einer – ich möchte mir ein paar Dinge von der Seele schreiben, die mich in den letzten Monaten beschäftigt haben. Das Thema handelt von Perfektion und Umweltschutz und was mich daran stört.

Green Living

Seit Ende 2016 beschäftige ich mich mehr mit Umweltschutz – versuche ein nachhaltiges Leben zuführen und euch daran teilnehmen zu lassen sowie zu inspirieren. Ich bin kein Mensch der andere Personen verurteilt, weil sie nicht vegetarisch/vegan leben, täglich mit dem Auto durch die Gegend fahren oder Gemüse in Plastik kaufen. Ich möchte euch inspirieren. Zeige wie man es machen kann – welche Vorteile es hat mehr auf die Umwelt und seine Gesundheit zu achten. Ich stelle Alternativen vor, präsentiere nachhaltige Produkte und zeige euch, wie ihr auch im Supermarkt auf Plastikverpackungen verzichten könnt.

Perfektion und Umweltschutz - Nachhaltige Produkte

Die Zero Waste Bewegung finde ich super und ich bewundere jeden einzelnen Menschen, der sein Leben so geordnet hat und ein Vorbild für viele darstellt. Dennoch ist es für mich nicht zu 100% umsetzbar. Ich kann und möchte mein Leben nicht in dieser Art führen – Less Waste ja, aber Zero Waste nein. Kaufe ich noch Plastik? Ja. Es gibt bestimmte Dinge, die ich noch in Plastik kaufe und der Grund dafür ist: Mangelnde Alternativen, zu viel Zeitaufwand bei der Eigenherstellung oder weil ich das Produkt einfach brauche bzw. gerne mag. Ich gebe mein Bestes, um so wenig wie nur möglich abgepackte Ware zu kaufen und davon nur das Nötigste, wenig mit dem Auto zu fahren und auch gebrauchte Dinge zu kaufen. Ich bin nicht perfekt. Doch wird von vielen Menschen Perfektion und Umweltschutz vorausgesetzt. Teile ich meine Inhalte hier und „schimpfe“ meinen Blog einen Green Lifestyle Blog, dann darf ich kein Plastik mehr kaufen oder mich in irgendeiner Form nicht nachhaltig verhalten. Diese Art von Vorwurf und Kritik finde ich nicht gut. Nicht weil ich beispielsweise betroffen bin – ich finde sie generell nicht gut. Ähnliches Beispiel..

Veganismus

..auch bei der Ernährung wird man schnell zur Zielscheibe. Wer sich einmal zu veganer Ernährung geäußert hat, der darf danach auch nie wieder einen Löffel Honig in den Mund nehmen.

Perfektion und Umweltschutz - Vegane Ernährung

Es gibt immer nur das Extrem. Entweder oder! Umweltschutz ist wichtig – wir müssen mehr auf unsere Erde achten, ansonsten werden wir bald keine Heimat mehr haben. Dennoch bin ich der Meinung, das es auch anders geht. Ohne das jeder extrem werden muss.

Weniger ist mehr

Es ist unser Pflicht auf unseren Planten aufzupassen – besonders jetzt, wo Wälder brennen, Städte überflutet und Mensch sowie Tiere ihre Heimat verlieren. Wir müssen an einem Strang ziehen und uns retten. Die Zeiten sind vorbei, wo wir die Schuld und die Rettung abwälzen können – jeder einzelne von uns ist verantwortlich und verpflichtet zu helfen. Wir können den Klimawandel stoppen, wir können Menschen und Tiere retten, aber nur wenn jeder von uns seinen Beitrag leistet.

Ich bin dafür, das jeder

  • weniger tierische Produkte kauft
  • seinen Konsum überdenkt
  • versucht Plastikmüll einzusparen
  • mehr öffentliche Verkehrsmittel benutzt
  • weniger mit dem Auto fährt
  • regionale Produkte anstatt importierter Ware bevorzugt
  • ein Zeichen gegen Massentierhaltung setzt
  • sich für die Umwelt stark macht
Perfektion und Umweltschutz - Buschbrand

Es sollte sich nicht um Perfektion drehen. Kleine Veränderungen im Alltag, die Großes bewirken. Wenn 7,7 Milliarden Menschen die Schuld von sich weisen, die Änderungen und Rettung auf andere (wenige) Personen abschieben, dann wird sich auch an unserer Misere nichts ändern. Wir werden weiterhin Buschbrände haben, überflutete Städte, Massensterben und Strände mit mehr Plastik als Sand.

Es sind immer die anderen Schuld

Täglich werde ich überrollt mit schlechten Nachrichten, Kritik und Schuldzuweisung. Bin nicht persönlich betroffen, aber ich sehe diese Postings und kann damit nur sehr schlecht umgehen. Ich weiß, es ist einfach auf einen Share-Button zu klicken, einen 1-Zeiler mit Hass und Schuldzuweisung an mehrere Tausend Menschen zu schicken, aber ist das wirklich angebracht? Erst gestern sah ich ein Bild von unserem Papst, der gerade an einem gedeckten Tisch sitzt und sich scheinbar köstlich amüsiert. Neben dem Bild wurde ein weiteres Bild von einem Kind gezeigt, das kurz vor dem Hungertod steht. In diesem Posting wurde der Papst beleidigt, es wurde ihm vorgeworfen er wäre für den Hungertod dieses Kindes verantwortlich und dabei hat er scheinbar auch noch Spaß und stopft sich den Bauch voll. Dieser Beitrag wurde von einer Person (aus meiner Freundesliste) geteilt, die laufend ihren Esstisch postet – am Tisch sind fast immer volle Teller mit Fleisch oder Fisch zu sehen, was mit großer Sicherheit aus Massenproduktion stammt. Was mich nun daran ärgert, ist die Schuldzuweisung an den Papst. Er alleine ist nun Schuld an dem Hungertod von diesem Kind. Er alleine soll nun die Welt retten und den Hungertod besiegen. Wir wissen alle, das alle 3 Sekunden ein Mensch an Hunger stirbt. Wir könnten alle etwas dagegen tun. Jeder könnte spenden, jeder könnte seinen Einkauf überdenken und beispielsweise weniger Fleisch kaufen. Je weniger Fleisch gekauft und produziert wird, umso mehr Flächen bleiben für Lebensmittel anstatt Futtermittel übrig. Je mehr Fläche für Lebensmittel, umso weniger Menschen müssten sterben. Egal wie man es dreht und wendet – eine Person alleine ist nicht Schuld daran und kann es auch nicht ändern. Am Strang ziehen.

Weiteres Beispiel: Greta. Mir tut dieses Mädchen leid, sehr sogar. Sie wird als Zielscheibe genutzt – Wut und Ärger wird auf einen Menschen abgewälzt, der eigentlich nur Gutes tun und zum Umdenken anregen möchte. Getra ist in meinem Augen eine Verfechterin von Perfektion und Umweltschutz, was ich persönlich nicht unterstützen möchte. Ich finde es gut, was sie macht, aber würde eine andere Variante bevorzugen. Vor einigen Tagen (wieder in meiner Freundesliste – ich muss dringend „Freunde“ aussortieren) teilte jemand ein Bild mit Raketen und der Aufschrift „Fuck you Greta 2020“. Empörte Nachrichten mit viel Wut und Hass, wo gegen Greta geschossen wurde. Greta fordert: Kein Feuerwerk mehr. Kommentare wie: „Schießt sie gleich mit in die Luft oder bald können wir mit Taschenlampen in die Luft leuchten, weil es kein Feuerwerk mehr gibt.“ waren bei diesem Bild zu lesen.

Perfektion und Umweltschutz - Gemeinsam für eine bessere Welt

Mir ist oft nicht klar, ob jene Personen, die solche Beiträge teilen sowie solche Kommentare schreiben in einer Art Blase leben oder einfach nur wenig Sauerstoff bekommen. Vielleicht klingt meine Meinung hier auch zu extrem, aber ich kann mit solchen Texten sehr schwer umgehen. Dieser Hass auf einzelne Menschen, die eigentlich nur das Beste für uns alle wollen, ist für mich nur schwer nachvollziehbar. Ich zähle mich auch zum Team „Kein Feuerwerk mehr“ und hoffe es wird hier wirklich eine Änderung geben. Feuerwerke sind für Mensch, Natur und Tiere die reinste Katastrophe. Ist es wirklich notwendig alles zu zerstören für ein paar Sekunden Licht mit viel Lärm am Himmel?

Perfektion und Umweltschutz

Perfektion und Umweltschutz gehören für mich nicht zusammen, denn niemand ist perfekt und jede Handlung hat seine Folgen. Auch wenn wir gut handeln möchten, wird es auch seine negativen Folgen haben. Wir müssen die Balance finden – nicht von einem Extrem ins nächste Extrem.

Mich würde eure Meinung dazu interessieren. Wie seht ihr das und was könnt ihr persönlich zum Umweltschutz beitragen? Ab wann ist es für euch zu extrem – wo sind eure Grenzen?

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