Das Leben eben/ Gesundheit

Keine Angst mehr

Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob es schon der passende Zeitpunkt ist, um über diese Thematik zu sprechen, aber da es mir nun seit einem Jahr gut geht, möchte ich ein paar Gedanken mit euch teilen. Wie ihr vielleicht wisst, bekam ich 2015 ganz plötzlich Panikattacken, die mich seither begleiten. Seit knapp einem Jahr hatte ich keine Angst mehr eine Panikattacke zu haben, bin wieder gut im Leben integriert und könnte nicht glücklicher sein. Sobald das Thema aufkommt, erhalte ich unzählige Nachrichten von euch – wie hast du das gemacht? Was hast du geändert? Ich möchte euch mit diesem Posting ein paar Anhaltspunkte bieten, die mir geholfen haben und wie ich es geschafft habe, wieder ein schönes Leben zu führen. Natürlich betrifft das nicht jeden Menschen..aber aus Erfahrung sehr, sehr viele.

Das Leben mit Panikattacken

Im Sommer 2015 hatte ich meine erste Panikattacke – während einer sportlichen Veranstaltung. Ich dachte es wäre wegen der Hitze und der Anstrengung und konnte diese Symptome überhaupt nicht deuten. Danach kamen sie immer häufiger und auch da dachte ich noch, ich hätte Probleme mit dem Kreislauf. Erst im Oktober, als ich ausschließen konnte, dass es nicht mit der Hitze zu tun hatte, ging ich zum Arzt und schilderte mein Problem. „Das sind Panikattacken – hier haben sie ein paar Pillen und zusätzlich gehen Sie noch zur Gesprächstherapie.“ Ok. Wird gemacht. Ohne viel darüber nachzudenken, obwohl ich auch damals schon kein Freund von Medikamenten war, ballerte ich mich mit diesen Pillen zu. Sofort nach der Einnahme war ich furchtbar müde und musste mich hinlegen. Nach meinem Schläfchen, fühlte ich mich, wie von einem Bus überrollt und das kann’s doch auch nicht sein. Nach 3 Wochen hörte ich ganz mit den Medis auf und stürzte mich auf alle alternativen Behandlungsmethoden. Es dauerte über 3 Jahre bis ich endlich eine Besserung verspürte und mich wieder normal fühlte. Normal im Sinne von: Ich kann wieder ein schönes Leben führen, ohne mich in meiner Wohnung einzuschließen, mich von Menschen fernzuhalten oder panisch zu werden, wenn ich in einem Geschäft stehe. Nur was hat geholfen?

Ich habe mich aus meinem Turm befreit.

Ich glaube, es waren sehr viele Dinge, die mir geholfen haben – vielleicht nicht speziell um die Panikattacken zu reduzieren, aber um meine Persönlichkeit, Anschauungen und meine Einstellung zum Leben zu verändern. Diese Veränderungen haben die Heilung begünstigt und mich an meinen heutigen Punkt gebracht. Ich versuche immer das Gute zu sehen, immer positive Gedanken zu haben und in allen Lebenslagen die guten sowie schlechten Erfahrungen anzunehmen. Ich habe gelernt, die kleinen Dinge im Leben schätzen zu können, das Geld und Schönheit nicht alles bedeutet und man seine Grenzen zu anderen Menschen fallen lassen muss. Das man sich selbst lieben soll, sich annehmen soll wie man eben ist, sich nicht hinter einer Maske verstecken oder sich verstellen muss. Das man sich verändert, es keine Schande ist Fehler zu machen oder Angst zu haben. Das man sich nicht zu sehr stressen muss, das wir nur ein einziges Leben haben und das Oberflächlichkeit keinen Platz in meinem Leben mehr hat. Das man über alles offen sprechen kann und sogar sollte. Ich könnte die Liste nun ewig fortsetzen, aber kurz gesagt: Ich bin (für mich) ein schönerer Mensch geworden – innerlich sowie äußerlich.

I’m trapped inside a tower, 
I’ve been locked and lost a key, 
Now that darkness that creeps in at night, 
Is my only company, 
No one tries to save me here, 
Since they can’t hear my cries, 
I pass my day in solitude, 
Watch the world move on outside, 
This tower isn’t very grand, 
It’s really not that tall, 
But still, I can’t escape it, 
I can’t break free at all, 
You can’t see this tower, 
Just believe it’s there instead, 
Because my tower isn’t made of stone, 
It’s all inside my head. 

Erin Hanson (E.H)

Was habe ich alles ausprobiert?

  • Omnipathie
  • Osteopathie
  • Energetik
  • Yoga
  • Meditation
  • Notfall-Tropfen
  • 3 Wochen Medikamente
  • Unterschiedliche Gesprächstherapien
  • Sport
  • Wandern
  • In die Natur gehen
  • Ernährungsumstellung
  • Hormonfreie Verhütung
  • Viele Gespräche mit unterschiedlichen Menschen (mit und ohne Panikattacken)
  • Alleine verreist
  • Bücher gelesen oder Podcasts gehört
  • Die Ursache für das Problem gesucht, angenommen und daran gearbeitet
  • Herzliche Menschen in mein Leben gelassen
  • Rituale eingeführt
  • Mich von Menschen getrennt, die mir nicht gut getan haben
  • Mich von Jobs verabschiedet, die mir nicht mehr gefielen
  • Angefangen über meinen Sinn des Lebens nachzudenken und diese Frage für mich zu beantworten (ich bin der Antwort schon näher gekommen..aber noch nicht am Ziel)
  • Tagebuch bzw. ein Gedankenbuch schreiben
  • Positive Gedanken an den Tag legen
  • Das Leben nicht mehr so ernst nehmen

Der Schlüssel lag darin..

..genug zu sein..

Das ich herausgefunden habe, wieso ich diese Panikattacken überhaupt habe. Die Ursache zieht sich wie ein roter Faden durch mein gesamtes Leben – schon in meiner Kindheit hatte ich mit diesem Problem zu kämpfen und es wurde mit den Jahren nicht besser, sondern schlimmer. Es führte zu meiner Essstörung und schlussendlich zu meinen Panikattacken. Das Gefühl nicht gut genug zu sein – ein schlechterer Mensch zu sein, hat bei mir zu diesem Problem geführt. Seit dieser Erkenntnis habe ich versucht an diesem Problem zu arbeiten, an mir zu arbeiten und diese Gedanken aus meinem Kopf zu bringen.

..und einfach mal die Base zu chillen..

Treffender könnte ich es nicht betiteln. Einfach mal die Base chillen. Das Leben nicht mehr so ernst nehmen. Sich weniger um die Meinung von anderen Menschen zu kümmern – auch wenn es um die eigene Familie oder auch Freunde geht. Langsamer werden, das Leben mehr genießen und in jeder Lebenslage das Tempo reduzieren. Sich wieder spüren, im Moment bleiben und diesen auch genießen. Nicht an die Zukunft oder die Vergangenheit zu denken, sondern einfach mal leben.

..und das Leben zu genießen..

Ich versuche jeden Tag einen wunderschönen Tag zu haben, einen Moment zu erleben, der mir Freude bereitet und an den ich mich erinnern kann. Zeit nehmen. Zeit für mich nehmen. Täglich nur für mich etwas machen, was mich erfüllt, mir Spaß macht und mich freudig stimmt. Einen Job auszuüben, der mich glücklich macht, der mir die Zeit bietet mein Leben zu leben. Vielleicht habe ich nicht so viel Geld wie andere Menschen, dafür kann ich mir die Zeit für die schönen Dinge im Leben nehmen, die Dinge ausleben, die mich begeistern. Unser Leben ist eine Reise und wie bei allem im Leben ist nicht nur das Ziel ausschlaggebend. Mein Ziel ist es nicht viel Geld in 35 Jahren zu haben, wenn ich dann endlich all die Dinge tun kann, die ich mir als junger Mensch erträumt habe. Mein Ziel ist die Reise schön zu machen und wenn ich dann alt bin, auf ein erfülltes Leben zu blicken, wo ich all den geilen Scheiß schon erlebt habe und ich bereit bin noch mehr davon zu erleben. Ich könnte jetzt +60 Stunden die Woche arbeiten, unglücklich in einem Job sein, der mir zwar Geld dafür aber Lebenskraft und Zeit raubt, weil ich glaube irgendwann Geld zu haben und irgendwann das Leben zu leben, was ich mir erträume. Da ich die kleinen Dinge im Leben zu schätzen gelernt habe, benötige ich jetzt auch nicht Unmengen an Knöpfe auf meinem Konto, um jeden Tag etwas Schönes zu erleben. Geld und Besitz machen nicht glücklich – eine der wichtigsten Punkte, die ich bisher gelernt habe.

Wie habe ich an diesen Dingen gearbeitet?

Ich habe Tagebuch bzw. in meinem Gedankenbuch geschrieben. Bücher gelesen, Podcasts gehört und mit den unterschiedlichsten Menschen darüber gesprochen. Mich entwickelt, meine Anschauungen verändert und mir eben sehr viele Gedanken über das Leben gemacht. Habe angefangen Yoga zu praktizieren und zu meditieren – was mich auf dieser „Reise“ enorm unterstützt hat.

Habe mir Gedanken darüber gemacht, was ich will und vor allem was ich nicht mehr will. Ich habe gelernt mich zu lieben und dadurch auch andere Menschen zu lieben. Ich lerne und arbeite jeden einzelnen Tag an mir, um genau der Mensch zu sein, der ich gerne sein möchte. Versuche mich auch nicht zu verstellen, damit ich anderen Personen gefalle – was definitiv bei vielen, besonders bei Bekannten, Freunden und Familie oft nicht so gut ankommt. Generell die Veränderung kann vielen ein Dorn im Auge sein. Es ist mein Leben und ich bestimme, wie ich es gestalten möchte #ichmachmirdieweltwiesiemirgefällt.

Also was nun…

Bei mir war es eine Kombination aus sehr vielen Dingen und wer das Problem beheben möchte, der muss bei sich selbst beginnen. Keine Medikamente oder andere Menschen können einem dabei helfen. Gespräche helfen, aber niemand kann diese Reise für einen gehen. Also sperrt euren Turm auf und lebt euer bestes Leben – eure Nina.

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