Das Leben eben

Sich wieder selbst spüren

Sich wieder selbst spüren

Wenn ich über solche Themen schreibe, bin ich immer etwas gehemmt. Obwohl sie mich sehr fesseln. Ich schreibe gerne über Dinge, die mich beschäftigen, die ich selbst erlebt habe, an denen ich gescheitert oder gewachsen bin. Dinge, die für manche Menschen auch Tabu-Themen sind, aber vielleicht reizt mich gerade das daran. Sich wieder selbst spüren, ist eine Sache die ich vor langer Zeit wieder lernen musste und das täglich auf’s Neue.

Spürt ihr euch noch?

Wahrscheinlich habt ihr nicht mal noch darüber nachgedacht. Ich damals auch nicht. Ich bin einfach durchs Leben spaziert, habe meinen Job erledigt, mir etwas zu Essen gekocht, mit meinem Hund raus und manchmal Freunde getroffen. Zu diesem Zeitpunkt war mein Leben sehr traurig, sehr einsam und sehr angsterfüllt. In dieser Zeit kämpfte ich täglich mit der Angst vor mir und vor meinem Leben. Panikattacken. Täglich Angst haben zu müssen, vor einer Angst, die man in seinem Kopf selbst produziert. In dieser Phase meines Lebens habe ich festgestellt: Ich spüre mich nicht mehr. Ich funktioniere. Ich mache Dinge ohne dabei zu denken und ohne dabei den Augenblicke zu erleben und auch zu genießen. In meinen Gedanken war ich immer an einem anderen Ort, bei einer anderen Sache und nie im Hier und Jetzt. Ich stand in der Dusche und war gedanklich schon bei der Arbeit. Ich habe die Zeit in der Dusche nicht genossen. Klingt vielleicht seltsam, aber denkt mal darüber nach. Wenn ihr euch einseift oder euch die Haare wascht, spürt ihr euch dabei? Denkt ihr gerade darüber nach, wie ihr euch einseift und wie sich eure Haut anfühlt, wie die Haare nass werden und wie das Shampoo duftet? Wenn ihr spazieren seid, spürt ihr dann den Boden unter euren Füßen? Spürt ihr die kleinen Steine, Holzstückchen und wie ihr mit dem Fuß am Boden abrollt? Diese Dinge habe ich nicht mehr mitbekommen. Unser Körper funktioniert auch so – wir führen Handlungen aus, ohne wirklich darüber nachzudenken. Das Problem dabei? *Bei vielen Menschen* – wir hören auf uns auf den Augenblick zu konzentrieren und schweifen ständig ab.

Bleibt in der Gegenwart.

Wieso ist es so wichtig im Hier zu bleiben, zu leben und zu agieren? Es macht uns zu echten Menschen. Zu glücklichen Menschen. Wir sind dadurch ausgeglichener und genießen die Zeit. Gerade in dieser schnelllebigen Welt ist es wichtig im Moment zu bleiben und mehr auf sich zu achten. Man muss gedanklich auch nicht immer in die Zukunft gehen, auch vergangene Ereignisse können uns aus der Gegenwart holen, weil sie uns scheinbar immer noch beschäftigen. Wir missen etwas, wir wünschen uns diesen Augenblick zurück, wir träumen von der Zukunft oder wir fürchten uns davor. Aber wieso ist das nicht gut? Weil wir nicht pro-aktiv leben. Das Leben passiert jetzt – nicht in der Zukunft und auch nicht in der Vergangenheit.

Sich wieder selbst spüren

Durch dieses Verhalten stören wir uns selbst, verbauen uns Chancen und können nicht aktiv an der Gegenwart teilnehmen. Lernt man nun wieder mehr auf sich zu achten, sich zu spüren, sich auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren – auf die Sache, die gerade passiert – sieht man die Welt mit ganz anderen Augen. Es macht glücklicher, weil man genießt. Sich nicht stresst, sich einer Sache widmet und nicht gedanklich schon das Abendessen zubereitet. Man duscht. Man seift sich ein. Man genießt diesen Augenblick.

Wie lernt man sich wieder zu spüren?

Ich habe für mich 5 Punkte herausgefunden, die mich meinem Körper, meiner Seele und meinem Geist wieder näher bringen. Die mich in der Gegenwart halten. Diese Anleitung funktioniert wahrscheinlich auch bei euch, aber dieser Prozess wird dauern. Täglich muss daran gearbeitet werden und es gibt kein Ende. Irgendwann agiert man automatisch so, spürt sich wieder und achtet unbewusst darauf, wie man diesen Zustand erreicht.

Sich wieder selbst spüren – 5 Wege

Meditation

Das Meditieren hat mich in so vielen Bereichen gestärkt und besonders bei dieser Sache hat es mir sehr weitergeholfen. Anfängern und natürlich auch Fortgeschrittenen kann ich die geführten Meditationen von Boho-Beautiful nur ans Herz legen.

Spüren

Logisch oder? Damit man sich spürt, muss man sich spüren. Tastet euch ab, streichelt euch selbst und nehmt euch selbst in den Arm. Wenn ihr euch zum Beispiel eincremt, dann achtet darauf, wie eure Hände über eure Haut gleiten, wie sich die Haut anfühlt und wie die Creme duftet. Oder..ihr geht in den Garten und pflückt ein paar Blumen – ihr spürt die Stängel in eurer Hand, wir ihr leichten Druck aufbauen müsst, um die Blume abzureißen. Ihr geht Joggen – spürt wie eure Füße den Boden berühren, die kleinen Steine, die Erde und wie die Umgebung auf euch wirkt. Egal was ihr macht, konzentriert euch auf die Sache und achtet auf Details. Versucht euren Körper einzubinden, ihn fühlen zu lassen.

Yoga

Auch beim Yoga lernt man sich und seinen Körper kennen. Wie man ihn bewegen, dehnen und einsetzen kann. Wo verborgene Muskeln sind, wie sich die Atmung auf eure Handlungen und Bewegungen auswirken. Wie sich eure Lunge mit Luft füllt, wie sich die Nasenflügel bewegen und wie warm die Luft beim Ausatmen ist.

Die Natur

Eine wunderbare Möglichkeit bietet die Natur – viele Eindrücke, die man in sich aufnehmen kann. Gerüche, Farben, Formen und Klänge. Mir spendet die Natur Kraft, nimmt mir Stress und lässt mich gedanklich im Hier und Jetzt bleiben. Es gibt so viele Dinge zu entdecken, sich aktiv in die Natur einzubinden und sie und sich selbst wieder zu spüren.

Schreiben

In unseren Köpfen geistern Erinnerungen, schöne und unschöne Momente umher. Erlebtes muss verarbeitet werden und um diese Erinnerungen und vielleicht auch Illusionen aus dem Kopf zu bringen, schreibt man sie auf. Vielleicht in einem Tagebuch oder auf ein Stück Papier, was man anschließend in „Rauch auflösen“ kann. Schreiben hat mir persönlich sehr geholfen, hier kann ich Erlebtes verarbeiten und mich dadurch weniger mit der Vergangenheit/Zukunft beschäftigen und im Augenblick bleiben.

Vielleicht kennt auch ihr diese Momente, habt dieses Gefühl von nicht-spüren und möchtet endlich aktiv an eurem Leben teilnehmen. Es ist eine wunderbare Geschichte – das Leben – und viel zu Schade, um es nicht richtig zu erleben. Sich wieder selbst spüren, Liebe zu sich selbst fühlen – eure Nina.

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