Das Leben ist schön

Das Leben ist schön

Das Leben ist schön“ – endlich kann ich mich mit diesen Zeilen auch identifizieren, denn mein Leben war in den vergangenen 3 Jahren nicht unbedingt lebenswert und teilweise sehr frustrierend. Wenn ich ehrlich bin, dann war ich noch nie so glücklich wie in diesem Jahr. 

Ich hatte immer ein gutes Leben, eine liebenswerte Familie, tolle Freunde, einen Job, nie Hunger leiden müssen, immer ein Dach über dem Kopf – dennoch war mein Leben nicht, wie ich es mir in meinen Träumen vorgestellt habe. Wer mich persönlich kennt oder meinen Blog schon über längere Zeit verfolgt, der wird das Thema mit meinen Panikattacken höchstwahrscheinlich mitbekommen haben.

Meine Story.

Im Jahr 2015 verlor ich plötzlich die Kontrolle über mein Leben, meinen Körper und dadurch auch über meinen Geist – ich konnte mich selbst nicht mehr „kontrollieren“ und wurde in ganz normalen Alltagssituationen panisch und wusste zu Beginn nicht was mit mir eigentlich passiert. Zuerst dachte ich, es sei die Hitze (erste Panikattacke 18 Juli 2015) und ich reagiere einfach auf das heiße Wetter, fühle mich deswegen so mies und bekomme diese eigenartigen Symptome. Doch irgendwann wurde es kühler und diese Anfälle blieben, wurden schlimmer, kamen regelmäßiger und wurden immer unerträglicher. Im Oktober 2015 ging ich dann das erste Mal zum Arzt und erzählte von meinem Problem und das ich irgendwie nicht mehr ganz normal bin – ich bekam sofort Antidepressiva verschrieben und eine Überweisung für eine Gesprächstherapie.

Alternativen

Damit war ich überhaupt nicht glücklich und der Gedanke jetzt Medikamente nehmen zu müssen gefiel mir überhaupt nicht. Nach 3 Wochen mit dem Teufelszeug war dann Schluss für mich – es muss eine bessere Lösung geben, denn so möchte ich auf gar keinen Fall leben. Danach probierte ich unterschiedliche (Behandlungs)methoden aus: Omnipathie, Osteopathie, Energetik, Ernährungsumstellung, Yoga, Meditationen, Life-Coaching, hormonfreie Verhütung, mehr Sport, weniger Sport, Vitamine supplementieren und Gesprächstherapien. Ich schrieb Tagebuch, malte Bilder, hörte stundenlang Musik, schrieb auf wofür ich dankbar bin, ging auf Berge, fuhr alleine in den Urlaub, entspannte am Meer oder blickte über Berge und Seen. Doch es ging einfach nicht weg!!

Ich sprach mit Freunden darüber, mit meiner Familie und auch mit aussenstehenden Personen..doch keine wirkliche Verbesserung. Von 2016 auf 2017 habe ich den festen Entschluss gefasst: So will ich nicht mehr leben und es muss sich etwas ändern. Habe wieder neue Dinge ausprobiert und dennoch keine Verbesserung – manche Tage waren gut, andere Tage wieder die Hölle.

Sommer 2017 war ich dann völlig neben mir – ich wurde wirklich schon depressiv und verlor die Lust und Freude am Leben. Ich hatte Gedanken wie: Wenn mich jetzt ein Bus überfahren oder der Blitz treffen würde, dann wäre es eine Erleichterung.

Gefangen im eigenen Körper

Gefangen in seinem eigenen Körper und in seinen Gedanken ist eines der schlimmsten Dinge auf der ganzen Welt. Erin Hanson hat hierfür ein sehr schönes Gedicht verfasst:

I’m trapped inside a tower, 

I’ve been locked and lost the key, 

Now the darkness that creeps in at night, 

Is my only company, 

No-one tries to save me here, 

Since they can’t hear my cries,

I pass my days in solitude, 

Watch the world move on outside,

This tower isn’t very grand,

It’s really not that tall, 

But still can’t escape it 

I can’t break free at all,

You can’t see this tower, 

Just believe it’s there instead, 

Because my tower isn’t made of stones, 

It’s all inside my head.


Dieses Gedicht spiegelt mein damaliges Leben so verdammt gut wieder – „watch the world move on outside“ – teilnehmen wollen, aber es nicht können. Egal wie sehr ich mich versucht habe zu zwingen, es ging einfach nicht. Es war wie eine Blockade in meinem Kopf, die mich davon abhielt meine Freunde zu treffen, vor die Tür zu gehen und aktiv am Leben teilzunehmen.

Im November 2017 flog ich dann alleine nach Teneriffa, da ich der Meinung war, so könnte ich vielleicht meine Panikattacken überwinden und einen Schritt in die richtige Richtung machen. Es funktionierte auch und es ging mir danach viel besser, aber dennoch war nichts wie zuvor – es gab immer noch sehr viele Situationen, die für mich nicht machbar und weit entfernt von einem normalen Leben waren.

Schön das es dich gibt.

Erst im März 2018 kam die rettende Hand, die mir mein ganzes Leben gefehlt hat. Nicht nur in den vergangenen Jahren, sondern anscheinend seit ich existiere. Ein Mensch, der auf so natürliche Weise mein Leben schöner macht, ohne viel Aufwand, ohne sich anzustrengen und mir die Angst vor meinen Ängsten genommen hat. Der mich aus meinem Turm befreit hat und mir gezeigt hat, wie wunderbar diese Welt sein kann. Seit ich diesen Menschen in mein Leben gelassen habe, hatte ich keine Panikattacken mehr und habe Dinge erlebt, wovon ich immer bzw. schon sehr lange geträumt habe.

Er sagte erst am Wochenende: „Vor ein paar Monaten konntest du nicht ins Kino gehen und heute bist du aus einem Flugzeug gesprungen.“ 

Ich bin so dankbar. Dankbar einen Menschen wie ihn getroffen zu haben, der mir seine helfende Hand gereicht und mich aus meiner einsamen Welt gerissen hat. Für mich hat diese Begegnung einfach alles verändert, mein Leben auf den Kopf gestellt und es endlich wieder lebenswert und liebenswert gemacht. Danke..das es dich gibt ♥.

Ihr müsst wissen, ich bin ein sehr aktiver, aufgedrehter Mensch, der nur sehr schwer zu Ruhe kommen kann. Mir hat anscheinend jemand gefehlt, der entspannt ist, das Leben liebt, Lust auf Abenteuer hat und der mir das Gefühl gibt, etwas Besonderes zu sein. Egal wie schrecklich eine Situation in den vergangenen Monaten war, wenn er da ist, geht es mir gut.


Immer positiv denken.

Ich sehe in jeder Situation das Positive – meine Panikattacken waren zwar furchtbar, aber dennoch haben sie mich sehr geprägt. Mich zu einem anderen Menschen gemacht, den ich mehr liebe, als den Menschen, der ich zuvor war. Ohne sie hätte ich wahrscheinlich sehr viele Personen nicht getroffen und viele Dinge nicht erlebt – alles im Leben hat seine Bedeutung, einen Grund und seine guten Seiten, solange man eben daran glaubt und die Hoffnung nicht verliert.

Ich wusste irgendwann wird alles gut werden und ich habe zum Glück meinen Glauben daran nicht aufgegeben. Bin noch nie so glücklich gewesen und bin dankbar auf dieser wunderbaren Welt sein zu können und vor allem diese Welt mit Menschen zu erleben, die einen großen Platz in meinem Herzen einnehmen.

Das Leben ist schön

Ich bin zufriedener, glücklicher und möchte die ganze Welt umarmen. Ich spüre so viel Leben in mir, möchte die Welt bereisen, Abenteuer erleben und jeden Tag etwas Besonderes machen, nicht nur existieren und von Dingen träumen. In den vergangenen Monaten habe ich sehr viele erste Male gehabt und wieder Dinge gemacht, an die ich seit Jahren nicht mehr gedacht habe. Verrückte Dinge, normale Sachen, unbeschwert durchs Leben gehen und Momente genießen – so sieht mein Leben derzeit aus und ich find’s wunderbar und schön.

Ich war..ich habe erlebt…

  • Das erste Mal in einem Camp (mit Hund)
  • Das erste Mal auf einem Konzert
  • Ich war wieder im Kino – Filmtipp: Die Farbe des Horizonts
  • Ging zu Blogger-Veranstaltungen
  • War in Restaurants zum Essen
  • Habe eine Wildwanderung gemacht
  • War seit über 2 Jahren wieder einen Kaffee trinken
  • Habe Freunde besucht und bei denen übernachtet
  • War bei einem Gartenfest und habe im Zelt geschlafen
  • War im Freibad schwimmen – in der Nacht (hihi)
  • Ich bin aus einem Flugzeug gesprungen (4000m)
  • Bin mit anderen Menschen gemeinsam mit dem Auto gefahren (sogar +2 Stunden)
  • Habe Party gemacht
  • War in einem Wellness-Hotel und habe gemeinsam mit fremden Menschen Yoga praktiziert
  • Bin bei einem Indian Balance Kurs mit fremden Menschen gewesen
  • War wandern mit einem Bekannten
  • Bin Eisessen gewesen
  • Bin mit dem Auto in die „große“ Stadt gefahren..haha
  • Hatte eine Art Vorstellungsgespräch
  • Habe geholfen einen Skate-Park aufzubauen
  • Lernte neue Leute kennen
  • Habe an einem Lagerfeuer gesessen und mit anderen Menschen gesungen
  • War SUP am Wörthersee
  • Habe versucht zu Wakeboarden (ohne Erfolg)
  • Bin mit einem Motorboot mitgefahren
  • War das erste Mal in der Sauna
  • Bin in die kleinste Stadt der Welt gefahren
  • Habe Skateboarden gelernt (ohne Erfolg)
  • Habe den besten Mann der Welt gefunden

…ein kleiner Auszug an Dingen, die ich in den vergangenen Monaten erleben durfte – die teilweise ganz normal sind, aber für mich einfach unmöglich waren.

Möchte mich bei allen bedanken, die in den vergangenen Jahren zu mir gehalten haben, mir geholfen haben, für mich da waren sowie meine Launen und Eigenheiten ertragen haben – danke das es euch gibt. An all jene, die ein ähnliches Problem haben – nicht aufgeben, denn es kommt der Tag an dem alles wieder gut wird. Oft sind es nur kleine Momente oder ganz besondere Menschen, die das Leben in die richtige Richtung lenken – eure Nina.


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