Kokosöl ist jetzt böse?

Kokosöl ist jetzt böse?

Kokosöl ist jetzt böse und wird uns alle das Leben kosten. Es lag doch eigentlich auf der Hand, dass irgendwann jemand kommen wird, der es für extrem gesundheitsschädigend betiteln wird. In naher Zukunft wird auch die Tomate oder die Banane eines der giftigsten Lebensmitteln ever sein. 

Kokosöl ist Gift?

Ausgelöst durch das Video von Frau Prof. Dr. Dr. Michels, die einen Vortrag über das Thema Kokosöl hielt und es für giftig betitelte. Nur gibt es zu ihrer Aussage keine einzige Studie, die über die schädigenden Folgen Aufschluss geben.

Wie schon sehr oft zuvor (bei anderen Ernährungs- und Gesundheitsthemen), kann es sein, dass solche Vorträge/Aussagen von bestimmten Organisationen bzw. Kooperationspartnern gefördert sind – die Universitätsklinik Freiburg hat zum Beispiel Partner aus dem Pharmabereich wie Bristol-Myers Squibb, Novartis, Parexel, Quintiles und Roche.

Bei solchen Aussagen würde ich immer vorsichtig sein und nicht jedem Artikel im Internet sofort Glauben schenken. Ob hier die Pharmaindustrie ihre Finger im Spiel hat, kann man zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, aber das Video wurde bereits aus dem Netz genommen. Komisch.


Die Dosis macht das Gift

Wir wissen zwar, das ein Fliegenpilz und die Verwechslung zwischen Maiglöckchen und Bärlauch uns ganz schnell unter die Erde bringt, aber bei Lebensmittel wie Kokosöl gibt es bisher keine offiziellen Todesfälle – außer man wurde von einer Kokosnuss am Kopf getroffen.

Ich bin immer der Meinung: Die Dosis macht das Gift. Durch diesen Vortrag ist die halbe Welt verunsichert und viele haben Angst sich mit Kokosöl zu vergiften, was in meinen Augen völliger Schwachsinn ist. Wie bei allen Dingen im Leben, kommt es immer auf die Menge an und wer Kokosöl in normalen Portionen verzehrt, wird auch weiterhin seine Gesundheit nicht beeinträchtigen. Was hinter der negativen Aussage wirklich steckt und ob es jemals aussagekräftige Studien diesbezüglich geben wird, wird die Zukunft noch zeigen. Derzeit sehe ich jedoch keinen Grund Kokosöl zu verteufeln und aus unserer Ernährung zu streichen – ich werde es weiterhin verwenden, denn mich überzeugen die positiven Studien dazu mehr, als eine negative (unbegründete) Aussage.

Kokosöl ist jetzt böse?

Natürlich kommt es auch auf die Qualität an – ich verwende nur Kokosöl mit BIO Qualität, welches mittels Kaltpressung hergestellt wird.

Die Kokosnuss – ein Wunder der Natur

Die Kokosnuss wird seit Jahrtausenden vom Menschen verarbeitet. Ein sehr nachhaltiges Produkt, denn man kann die Kokosnuss komplett verwerten. Der innere Teil der Kokosnuss kann gegessen werden und die Schale findet für Schmuck, Schalen und Co Verwendung.

Der einzige Nachteil? Sie wächst ausschließlich in tropischen Ländern und muss importiert werden – umwelttechnisch nicht ganz so prickelnd. 

Gutes oder schlechtes Fett?

Kokosnüsse wachsen auf Palmen überwiegend in Indien, Brasilien, Indonesien, Malaysia und in der Dominikanischen Republik. Sie werden meist noch unreif, im grünen Zustand geerntet. Pro Kokosnuss kann in etwa 1 Liter Flüssigkeit gewonnen werden, für sehr viele Menschen dient es als Wasserersatz. Bei der Ernte besteht das Fruchtfleisch aus ca. 50% Wasser – nach der Trocknung verringert sich der Flüssigkeitsgehalt um einen Bruchteil.

Kokosöl ist jetzt böse?

Die geerntete Kokosnuss besteht aus ca. 60 bis 70% Fett – aus gesättigten Fettsäuren, die ja bekanntlich zu den schlechten Fetten gehören. Ist Kokos somit ungesund? Bis zu 50% des Fettanteils besteht aus mittelkettigen Fettsäuren – zum Großteil aus der Laurinsäure. Laurinsäure wiederum wirkt sich positiv auf unsere Gesundheit aus, wie sehr viele Studien beweisen.

Fettverteilung Kokosöl

Laurinsäure

44-52%

Caprinsäure

6-10%

Caprylsäure

5-9%

Myristinsäure

13-19%

Palminsäure

8-11%

Stearinsäure

1-3%

Ölsäure (einfach ungesättigte Fettsäure)

5-8%

Linolsäure (mehrfach ungesättigte Fettsäure)

0-1%

Health Facts Kokosöl

  • Stärkt das Immunsystem
  • Das gute HDL-Cholesterin erhöht sich
  • Vorbeugend gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Wirkt entzündungshemmend
  • Beeinflusst den Blutzuckerspiegel wenig und versorgt das Gehirn mit wichtiger Energie
  • Entgiftet den Körper
  • Unterstützt die Darmflora und Darmtätigkeit
  • Leberschäden reduzieren 
  • Liefert Vitamine und Mineralstoffe
  • Antibakterielle Wirkung
  • Unterstützt den Stoffwechsel
  • Wirkt gegen Zahnfleischbluten und Karies
  • Anwendung bei Hauterkrankungen
  • Kokosöl ist vegan/vegetarisch, glutenfrei und lactosefrei

Besonders Menschen mit Unverträglichkeiten, Diabetes, Alzheimer, Multiple Sklerose oder Parkinson können auf Produkte der Kokosnuss zurückgreifen. Bei der Verdauung werden sogenannte Ketone gebildet, die unser Gehirn mit Energie versorgen. Diese wirken sich nicht negativ auf den Blutzuckerspiegel aus. Zusätzlich wirken sich Ketone positiv auf unser Herz-Kreislauf-System aus.

Ein weiterer Pluspunkt von Kokosfett? Dieses Fett kann und darf stark erhitzt werden – eignet sich somit hervorragend zum Braten, Kochen, Backen und sogar Frittieren. Kokosfett hat die Eigenschaft, dass es im Kühlschrank fest wird und sich bei Zimmertemperatur verflüssigt.

Verarbeitung der Kokosnuss

Aus einer Kokosnuss können neben Kokosfett, Kokoswasser und Kokosmilch noch weitere Produkte hergestellte werden.

  • Kokossahne
  • Kokosblütenzucker
  • Kokosraspeln
  • Kokosflocken
  • Kokosmehl
  • Kokosmus

Kokosöl ist jetzt böse?

Neben den bereits genannten gesundheitlichen Vorteilen und Einsatzgebieten, kann Kokosfett auch in der Kosmetik eingesetzt werden. Selbstgemachte und gekaufte Masken, Peelings, Lippenpflege, Körperpflege oder Haarprodukte sind gerne aus Kokosprodukten hergestellt. Kokos ist zum Beispiel auch für Schmuck, Geschirr und Dekoartikel sehr beliebt. 

Links zu Studien

Positive Wirkung von Kokos, die wissenschaftlich belegt sind.

Beeinflussung des Fettstoffwechsels

Kokosöl und Alzheimer

Kokosöl gegen Karies

Gesünder mit Kokosöl


Werde definitiv weiter ein großer Freund von Kokosprodukten bleiben. Bis sich eine glaubwürdige Studie finden lässt, die mir wirklich das Gegenteil beweist, würde ich das auch euch empfehlen. Jedoch muss jeder für sich selbst entscheiden, was genau er für gesund oder ungesund hält – eure Nina. 

PS: Mein Coconut-Sugar Peeling kommt noch diese Woche online – wer also auf selbstgemachte Naturkosmetik steht, der sollte unbedingt erneut reinschauen.


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